Lösungswege
Samstag 11.00 Uhr. Statt dem spontanen Impuls Folge zu leisten und den Tag mit Faulenzen zu verbringen, sind wir als Familie kollektiv in Richtung Kindergarten aufgebrochen. Sandkasten reparieren, Gruppenraum putzen, Regal montieren. Man ist ja schliesslich engagiert und opfert gerne seine Freizeit, um gute Rahmenbedingungen für das Gedeihen der eigenen Kinder zu schaffen.
Den Schlagbohrer vom hilfsbereiten Nachbarn geliehen, schnell noch zum Baumarkt: ein Brett, ein paar Winkel (Sie wissen schon, diese hässlichen weissen) und Dübel gekauft und los ging’s.Das Brett habe ich mit viel Liebe zugesägt, geschliffen, mit einem Bio-Produkt geölt - alles bestens.
Voller Elan habe ich mich an die Wand gemacht, alles sauber vermessen, meine natürliche Zurückhaltung überwunden und Löcher durch die Fliessen gebohrt. “Und wo ist das Problem?” fragen Sie. Nun ja, auf der Wand Fliessen, hinter den Fliessen keine Wand. Die Dübel fielen quasi ins Leere. Alle Versuche mit Spezial-Dübeln, grösseren, SX und UX - fehlgeschlagen. Ärgern - aber richtig.
Was lernen wir daraus? Ohne gesunde Basis kommen wir nicht besonders weit. Da kann die Verpackung noch so edel sein, der gute Wille noch so stark, das technische Equipment noch so geeignet und die Spezial-Lösungen noch so ausgefeilt. Und vielleicht lernen wir noch ein weiteres: dass der “offensichtliche” Problemlösungsweg nicht immer der geeignete ist und wir gut daran tun, auf dem aufzubauen, wo wir gute und stabile Substanz haben.
Was habe ich also gemacht? Löcher verspachtelt und ein geeignetes Regal besorgt, das auf dem Boden steht. Und dann gefaulenzt, aber richtig.
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