Selbstbestimmt und selbstverantwortlich leben

Was uns auch immer widerfahren sein mag, wo auch immer wir im Leben stehen, wie angenehm oder anspruchsvoll unsere Bedingungen sein mögen: Dies ist die Ausgangssituation und das Ausgangsmaterial. Beides sollen wir nutzen, um geleitet von unseren wesentlichen Zielen und Träumen, unsere Potentiale gelassen zu entfalten.

Wir übernehmen die volle Verantwortung für unser Leben, unsere Entwicklung und unser Glück, indem wir unsere Wünsche und Ziele ernst nehmen, unsere Fähigkeiten ins Spiel bringen und alles nutzen, was uns zur Verfügung steht, um gelassen unser Ding zu machen.

Im Umgang mit Menschen, die sich auf Mangel, Leid und Bedrohung in allen Dimensionen des Lebens konzentrieren, achten wir gut auf unsere innere Verfassung. Wenn wir den Kontakt zu uns selbst im Umgang mit diesen Menschen verlieren, dann ziehen wir uns zeitweise zurück.

Wir finden Glück, indem wir selbstbewusst unseren Zielen und Träumen folgen, während wir gelassen in unserer Mitte bleiben und schöpferisch mit allen Phänomenen umgehen, die uns unterwegs begegnen.

In allem was wir in der Welt tun, bleiben wir bei uns. In dieser Verbindung zu uns selbst finden wir Ruhe, Klarheit und Kraft. Wo wir uns mit uns selbst schwer tun, arbeiten wir daran, tiefer in unsere Mitte zu kommen.

Wir gehen aktiv auf die Welt zu, wenn es dran ist. Wir machen gelassen unser Ding im Dialog mit den Menschen und Phänomenen, denen wir begegnen. Wir teilen unseren Reichtum angemessen mit der Welt. So können wir in unserer Mitte bleiben.

Wo wir uns mit Menschen und Dingen schwer tun, arbeiten wir an einer produktiven Beziehung oder bewegen uns weiter.

Dem Wesentlichen folgen

Wir machen uns unsere Herzenswünsche, Bedürfnisse, Ziele, Träume, Visionen und flackernden Impulse bewusst. Wir vertrauen der Kraft unserer Gedanken, unserer Wünsche und unserer Lebenslust.

Wir achten auf alle Phänomene, die uns berühren, die Interesse, Lust und Freude in uns auslösen. Das ist die Art und Weise, wie sich die Lebenskraft in uns zeigt. Diese Phänomene verweisen uns auf Themen, Fragestellungen und Möglichkeiten, mit denen wir achtsam und zielorientiert experimentieren sollen.

Wir lernen im Dialog mit uns selbst sowie mit Menschen und Dingen, Gedöhns und Wesentliches auseinanderzuhalten und folgen letzterem. Wir konzentrieren uns mit wachsender Klarheit auf jene Ziele, Impulse, Dinge und Menschen, die für uns bedeutsam, wesentlich wichtig und attraktiv sind, also tiefe körperliche Resonanz in uns auslösen.

Wir entwickeln unser Gespür für körperliche Resonanz kontinuierlich weiter. Hier treffen sich Zielorientierung und Achtsamkeit. So bleiben wir dem Wesentlichen auf der Spur.

Wir folgen unseren Zielen und Impulsen und suchen den Kontakt mit Menschen und Dingen, die uns anziehen. Wir tun dies achtsam und beweglich, indem wir Projekte planen und tun, was zu tun ist, wenn es dran ist.

BEARBEITEN: Eine gelassene Grundverfassung finden und darin bleiben
Sinnorientierung: Werte, Visionen und wesentliche Ziele erschließen
Heitere Hingabe und Beharrlichkeit kultivieren
Ein Gespür für das entwickeln, was sich stimmig anfühlt
Bei sich bleiben im Handeln
Handeln auf relevante Menschen und Dinge abstimmen
Ein Gespür dafür entwickeln, wann Initiative gefragt ist und wann Zurückhaltung
Entscheidungen reifen lassen und Entwicklungen Raum geben

ZEN-ESKAPADE Oder FALSCH VERSTANDENE SPIRITUALITÄT, UNTERDRÜCKTE AMBITION UND FEHLENDE LEICHTIGKEIT

Auch wenn der Redewendung nach, aller Anfang schwer ist, so hatte ich doch immer den Eindruck, andere täten sich mit dem Anfang leichter und würden den größeren Schwierigkeiten erst im Laufe der Zeit, spätestens mit dem Alter begegnen. Bei mir traf das Sprichwort im doppelten Sinn ins Schwarze: Es traf auf mich zu und indem es auf mich zu traf, war bereits oder vor allem der lange Anfang schwer und düster.

Die ersten siebzehn Lebensjahre schoss ich mit meiner Energie wild in der Gegend herum. Ich fand nirgendwo kompetente Zähmung im Sinne einer sinnvollen Orientierung oder eines sinnvollen Energieeinsatzes. Es war irgendwie kompliziert:

Ich war nicht nur temperamentvoll, höchst eigenwillig und orientierungslos, ich war darüber hinaus ziemlich sensibel und verstört.

Da ich keine bessere Lösung fand, versetzte ich dieses innere Spannungsgemenge am Ausgang der Pubertät drei Jahre mit Haschisch in Tiefschlaf. Als sich diese Selbstmedikation aufgrund vielfältiger unerwünschter Nebeneffekte erschöpfte, suchte ich neue Wege, der inneren Dynamik Herr zu werden.

Was ich auch versuchte, Bioenergetik, Sport, Malen, Schreiben und verschiedene Entspannungsmethoden, ich konnte die wilden Stürme nicht besänftigen.

Weil ich mit meiner wilden Energie, meinen vielfältigen Ideen und meiner Dünnhäutigkeit nicht umgehen konnte, erklärte ich all dies in einem ersten großen Schritt für das dumme Zeug eines verwirrten Menschen, der sich über seine spirituelle Herkunft und Bestimmung nicht im Klaren war.

Ich gelobte, dieser Unwissenheit und der wilden Energie den Garaus zu machen.

DIE ULTIMATIVE SPIRITUELLE LÖSUNG

Mit zwanzig erklärte ich spirituelle Praxis zum Königsweg der Lebensmeisterung und entwertete berufliche Karriere sowie andere Elemente einer normalen Biographie als oberflächliches Geplänkel angepasster Spießer. “Das Licht nach Innen wenden” nennt sich das im Zen-Buddhismus. Zumindest verstand ich diesen buddhistischen Hinweis so und mühte mich damit ab, die unterschiedlichen Übungen einer Jahrtausende alten Tradition für meine Heilung und Beruhigung einzuspannen.

Ich scheute keine Mühen. Ich zog von Übungswochenende zu Übungswochenende, begleitete meinen Lehrer zu allen möglichen Veranstaltungen, gründete eine Übungsgruppe, einen Verein und beteiligte mich an der Gründung eines Klosters. Meine Berufstätigkeit, mein Lebensmittelpunkt und meine Partnerin waren verhandelbare Nebensachen. In der buddhistischen Praxis hielt ich die Verhandlungsspielräume eng – auch unter Zuhilfenahme der Autorität meines Lehrers, die ich auf mich selbst zu übertragen versuchte.

Wenn man diesen Anfang auf einen Nenner bringen wollte, so hieße dieser:

Falsch verstandene und eigenwillig praktizierte Spiritualität.

Ich unterdrückte meine Ambition, hatte keine Ahnung von Leichtigkeit und war ein extrem angespannter, pathetisch aufgeladener und anmaßender Pseudoweltverbesserer.

Das konnte nichts werden, auch wenn der Titel „Buddhistischer Mönch in der japanischen Soto-Zen-Tradition” oberflächlich beeindrucken konnte. Ich selbst glaubte mir nicht, denn ich spürte, was wirklich mit mir los war. Und ich verstehe bis heute kaum, wie es mir gelingen konnte, die ganze Verrücktheit der Situation so lange zu überspielen.

VERLOREN IN DER BEDEUTUNGSLOSIGKEIT

Je länger ich mich auf dieser Lebensspur im Kreis um meine innere Unruhe und Hoffnung auf spirituelle Erlösung drehte, um so dünner wurden die Mauern meiner spirituellen Burg. Irgendwann wurden die Wände so dünn, dass die wehrhafte Burg in sich zusammen sackte. Die Verbindung zu dem, was mir über Jahre Halt, Orientierung und Bodenhaftung verliehen hatte, riss ab.

In gewisser Weise hob ich ab und fand mich treibend in einer weiten Welt, in der meine gefühlte Bedeutung ziemlich zusammen schrumpfte, nachdem ich mich lange zwischen den schützenden Mauern der spirituellen Gemeinschaft wichtig gemacht und gefühlt hatte.

Als wäre das noch nicht genug, tobte der wilde Sturm in meinem Innern noch immer…

Engagiertes Zappeln oder falsch verstandene Potentialentwicklung, unterdrückte Spiritualität und fehlende Leichtigkeit

Spirituelle Verwirrung konnte ich, entgegen meiner ursprünglichen Annahme, nicht mehr für den Sturm in mir verantwortlich machen. Zumindest hatte das eifrige Ringen um spirituelle Klarheit wenig Linderung gebracht. Also legte ich das Thema vorläufig zu den Akten.

Mit dem Thema “Potentialentwicklung” hatte ich mich im Laufe meiner Weiterbildung zum Coach und Organisationsberater beschäftigt. Da lag es nahe, mich im Folgenden an diesem Thema abzuarbeiten.

Angereichert mit Themen wie

  • Hochbegabung,
  • Aufmerksamkeitsdefizitstörung und
  • kreativer Vielseitigkeit,

die ich gerade erschloss, hatte ich mir ein neues Selbstbild mit Erlösungsoption geschaffen:

Kreativer Tausendsassa, der seine überschäumende Energie nur in tolle Projekte investieren musste, damit endlich alles gut würde.

Und auch der kam brauchbar an. Die Potentialentwicklung wurde neues Mittel zum Zweck, welches meine spirituellen Rettungsversuche ablöste. Die Potentiale standen weniger im Mittelpunkt, als der Versuch über ausdauernden Aktivismus einen inneren Wetterumschwung zu initiieren oder vermeintlich überschüssige Energie kreativ abzufackeln.

Es fällt mir schwer, für diese Phase einen anderen Begriff zu finden, als “engagiertes Zappeln”.

Die junge Familie ernähren und vibrieren

Unter dem Vorwand, meine junge Familie ernähren zu müssen und die Anfangshürden der Selbständigkeit meistern zu wollen, bewegte ich mich in fünfzehn Richtungen gleichzeitig. Wie zuvor im Zen legte ich ein hohes ehrenamtliches Engagement an den Tag, das mich einerseits mit relevanten Kontakten an einem neuen Ort versorgen sollte und andererseits mit ausreichend “Entfaltungsmöglichkeiten”, um mich selbst (und andere) auf Trab zu halten.

Strategiewochenenden, Vorstandssitzungen, Großgruppenkonferenzen und ein grenzüberschreitender Businessclub, der regelmäßig Vorträge mit nachfolgender Party verband, hatte ich allein im Ehrenamt im Programm. Daneben programmierte ich Webseiten und kleine Webapplikationen, coachte Unternehmer, Manager und andere Entwicklungsinteressierte, gab Seminare zu vielfältigen Themen, tummelte mich intensiv in den aufkommenden sozialen Netzwerken, schrieb einen Blog, der es damals in die Liste der wichtigsten 100 Deutschen Blogs auf der Karrierebibel-Seite schaffte und hatte eine Vielzahl unterschiedlicher thematischer und methodischer Projekte parallel am Start.

Romanprojekte kamen dazu und Gedichtbände, die als Gemeinschaftswerk virtuell verdrahteter Vielbegabter entstehen sollten sowie ein Zusammenschluss von Ideen- und Gedankengeplagten zu einem Innovationsbeschleuniger für den Mittelstand. Ich fand über ein Forum zu einem genialen, aber etwas trübseligen Wissenschaftler, der eine interessante Innovation entwickelt hatte und führte in der Folge virtuelle Gespräche mit Risikokapitalgebern an der amerikanischen Westküste und diesseits des Atlantiks. Ein tolles Gelände, um mich beschäftigt zu halten, von zukünftigem Reichtum zu träumen und das Wesentliche der Gegenwart ausdauernd auszublenden:

Ich war ein Getriebener, der keine Ahnung hatte, was wesentlich war und versuchte, mit dem Kopf zu entscheiden, was nur Herz und Bauch wissen konnten.

Doch die konnten mir nicht weiter helfen, denn der Zugang zu diesen war durch meinen inneren Sturm und zugehörige Untergangsabwendungsaktivitäten verbaut.

Erschöpfung

Doch nach und nach erschöpfte ich mich in dem ganzen Gezappel und es wurde klar, wie sehr ich aus den Augen verloren hatte, was wesentlich war, während ich weder eine wesentliche Stabilisierung unserer finanziellen, noch meiner inneren Situation bewirken konnte. Einmal mehr hatte ich gefühlt aufs falsche Pferd gesetzt, konnte mein Gezappel allmählich als solches begreifen und war am gefühlten Ende meiner Möglichkeiten angekommen.

Eine sehr bedrohliche Situation für jemanden, der sich so intensiv um Lösungen bemüht hatte und dabei doch meist mit einem beschäftigt gewesen war: Flucht.

Ein japanischer Zen-Mönch meiner Tradition, Dainin Katagiri Roshi, schreibt in seinem Buch “Rückkehr zur Stille”:

“Freiheit finden wir dort, wo wir uns keinen Millimeter mehr bewegen können.”

Diese Worte wirkten auf mich vielmehr wie eine Drohung, denn Aussicht auf Erlösung. Doch mit dieser Befürchtung irrte ich mich.

ZU MIR KOMMEN Oder KEINE SPIRITUALITÄT, KEINE POTENTIALENTWICKLUNG UND KEINE LEICHTIGKEIT

Was passiert, wenn man immer gerannt ist und die Kräfte sich erschöpfen? Was passiert, wenn die Hoffnung auf Erlösung kaum noch über die Gegenwart hinaus reicht? Was passiert, wenn man ahnt, wie klug der Kopf ist und wie sehr ihm die Weisheit des Körpers abgeht? Die Antwort ist einfach:

Der Mensch kommt zu sich. 

Doch das ist manchmal viel unbequemer als es klingt.

Es war eine sehr verwirrende Situation, als die Grundideen, auf welchen ich mein Leben errichtet hatte, nach und nach in sich zusammenbrachen. Es war geradezu bedrohlich, als all die Geschichten und inneren Muster im Leerlauf aufheulten, aber keine Wirkung auf mein Handeln mehr entfalten konnten. Das Rennen hatte aufgehört und alles, was ich bisher vermeiden wollte, alles, wovor ich geflohen war, brach über mich herein.

Es war ein guter Zeitpunkt, denn ich war gut vorbereitet, als es endlich dazu kam.

ALLES WAR IMMER DA GEWESEN

Doch eigentlich ist das eine wenig adäquate Beschreibung, denn es brach nichts herein. Alles war immer da gewesen, doch ich hatte aus meinem Schutzbedürfnis heraus vielen Gefühlen, Gedanken und Verfassungen den Zugang zu meiner Wahrnehmung verwehrt.

Nun, da ich damit aufgehört hatte, kamen viele schlimme und bedrohliche Gedanken zu Besuch. Viele komische und verwirrende Gefühle zogen mich in ihren Bann. Ich saß einfach da und schaute mir endlich alles an. Viele Tage saß ich stundenlang auf dem Sofa. Wann immer ich mir die Frage stellte, was dran sei, und keine Antwort kam, blieb ich sitzen und nahm einfach wahr, was war.

Einige gefährlich anmutende emotionale Minen wurden unter dem ganzen Gerümpel sichtbar und ich tat das Richtige: Ich ging zu einer Therapeutin, die unter anderem darauf spezialisiert war, solche emotionalen Minen als Folge traumatischer Erfahrungen zu entschärfen. Ein Glück, dass die Traumatherapie in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht hatte.

Sehr gefährlich wirkende Bomben entschärften wir pragmatisch und effektiv. Um das Räumen der Fundstelle kümmerte ich mich dann im Stillen, wenn ich alleine war.

IN DIE MITTE KOMMEN

Ich kann niemandem erklären und werde nie jemandem erklären können, wie es sich anfühlt, wenn man siebenunddreißig Jahre auf der Flucht war und endlich seine Heimat findet – die lebendige, dynamische und leichte, wohlgemerkt. Ich hatte die Hoffnung aufgegeben. Meine Bemühungen um Erlösung und Heilung waren gescheitert. Genau in diesem Moment konnten mich Leben und Heilung endlich einholen.

Es ist schwierig zu erklären, wie tief und weit die Erkenntnis in meinem Inneren um sich griff, dass ich etwas versucht hatte, was ich gar nicht leisten konnte:

Ich wollte mir selbst Halt geben und verschaffen. Und warum konnte ich es nicht leisten?

Weil es gar nicht nötig war.

Das Leben war immer da gewesen und hatte mich gehalten, doch ich hatte solch große Angst gehabt, diese Möglichkeit ernsthaft auf die Probe zu stellen.

Und vielleicht ist das die einzige Art, wie wir untergehen können:
In dem wir dort um Halt kämpfen, wo uns das Leben halten, führen und tragen will. Je mehr wir zappeln, rennen und uns um Orientierung bemühen, je mehr verlieren wir uns selbst und den Kontakt zum Leben.

DAS ACHTSAME LUSTPRINZIP

Ich ließ alles laufen und orientierte mich an einer einzigen Frage oder besser dem, was ich mittlerweile das Achtsame Lustprinzip nenne:

Was ist jetzt dran, in Resonanz mit mir selbst und in produktiver Spannung mit Menschen und Dingen?

Oft passierte in meinem Inneren wenig. Da war kaum etwas, mit dem ich wirklich in Resonanz gehen konnte. Die Impulse flackerten so vor sich hin und ich beobachtete das ermüdende Spiel.

Wenn Impulse aufkamen, die stark genug waren, um mich in Bewegung zu versetzen, dann war die Spannung zu Menschen und Dingen meist groß – zumal in den Bereichen Geld und Partnerschaft, aber auch darüber hinaus. Also kehrte ich schnell wieder in meine „Einsiedelei“ zurück.

Innen wurde es endlich ruhig und außen wurde sichtbar, in welches Chaos ich mein Leben durch all das Gerenne und Gekämpfe verwandelt hatte. Doch trotz des äußeren Chaos, welches in der ersten Zeit zuzunehmen schien, blieb es in der Tiefe ruhig, aufgeräumt und geborgen.

Ich war immer gerannt. Jetzt fühlte es sich an, als sei ich angekommen. Doch es war nicht das ursprünglich erhoffte Ankommen in irgendeiner Art von heiliger Glückseligkeit oder Erleuchtung. Es war ein Ankommen in der manchmal unbequemen, lauten und fordernden Bewegung des Lebens selbst.

DAS LEBEN FEIERN

Und in diesem Ankommen wurde mir etwas bewusst:

Das Leben hat viele angenehme und schöne Facetten, aber auch schräge, unbequeme und bis an die äußersten Grenzen fordernde. Wir sollen dieses Leben in all diesen Facetten feiern und achtsam handelnd durchdringen. Auch und gerade, wenn es um die unbequemen geht.

Unser Humor und die Leichtigkeit in unserem Leben wachsen exponentiell mit jeder unbequemen Facette, die wir angemessen in unser Leben integrieren, aus diesem entlassen oder auflösen.

Nach Leichtigkeit hatte ich mich nicht sehnen können, denn ich lernte sie nun das erste Mal kennen.

Produktive Glückseligkeit oder in der Bewegung ankommen

Vier Jahrzehnte hatte ich ohne die Dimension der Leichtigkeit und des Spiels gelebt. Während das Leben zuvor gefühlt ein Kampf auf Leben und Tod war, begann nun die Dimension der Leichtigkeit mein Leben und mein Wesen zu durchdringen.

Jetzt kann ich philosophieren und sagen, dass das Leben ein großes, mitunter ernstes Spiel ist, das ich so verantwortungsvoll und heiter spiele wie ich kann. Zugegeben, mit dem Können ist das so eine Sache, doch ich behaupte steif und fest, dass unser Lernwille und unser Engagement beim Lernen wichtiger sind, als der Stand unseres Könnens. Das Klettern ist aufregend. Die Abfahrt vielleicht riskant, doch meist lustvoll. Der Gipfel ist nur ein kurzes, aber kaltes und windiges Intermezzo.

Ein umständlicher Weg

Wenn ich mein Leben betrachte, dann bin oder war ich dabei, das Pferd von hinten aufzuzäumen. Ein wilder Gaul, zugegeben, aber so ist es eben, wenn ein wildes Temperament und heftige, schwer zu integrierende Erfahrungen früh zusammenkommen. Nüchtern betrachtet ist mein Weg ein ziemlich umständlicher, vielleicht auch exotischer.

Dennoch oder gerade deswegen habe ich auf diesem Weg über Umwege meine Ortskenntnis verbessert sowie viele intensive und lehrreiche Erfahrungen gemacht. Ich habe dabei einige eigene Ideen im Bezug darauf entwickelt, wie wir glücklich leben können. Darüber hinaus habe ich bei Denkern, Philosophen, Psychologen, Machern und Weisen viele gute und hilfreiche Gedanken kennengelernt, die ich fleißig mit meinen eigenen zum Cocktail eines intensiven und gelassenen Lebens mixe.

  • Gelassene Potentialentfaltung,
  • Leichtigkeit und
  • inspirierende Beziehungen

sind nach meiner Erfahrung und in meinem Verständnis drei wesentliche und gleichberechtigte Dimensionen einer glücklichen und erfüllten Existenz, die sich wechselseitig durchdringen, ermöglichen und hervorbringen.

Eine Dimension kann das Fehlen einer anderen zwar vorübergehend ausgleichen, aber auf Dauer bekommt das ganze Leben Schlagseite, wenn wir eine oder gar zwei Dimensionen ausklammern oder keinen Zugang zu diesen finden.

Diese drei wesentlichen Dimensionen wirken in den meisten Fällen nicht von alleine zusammen. Das Leben lädt uns entschlossen und ausdauernd dazu ein, diese immer weiter zu erschließen und klug zueinander in Beziehung zu setzen. Es ist an uns, dieser Einladung beherzt zu folgen.

Produktive Glückseligkeit

Wenn ich von einem intensiven und gelassenen Leben spreche, dann meine ich ein Leben, in welchem wir diese Einladung an- und spielerisch ernst nehmen. Koste es, was es wolle.

Meine Angebote verfolgen nur ein einziges Ziel:
Ich möchte dich aus ganzem Herzen ermutigen, dies zu tun.

Bei allem Klamauk, bei allen intellektuellen Höhenflügen und manch pathetischem Exzess:
Das ist der Grund, warum ich morgens aufstehe. Das ist es, was mich den Tag über beschäftigt. Kurz: Das wäre der Grund, warum ich lebe, wenn ich einen bräuchte …

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