Mentale Wachstumsschmerzen
Es ist ein bisschen frech, sich das Thema “kritische Veränderungen in Unternehmen” auf die Fahne zu schreiben. Wo doch jedes Managementbuch im Vorwort von ständiger Veränderung, Changemanagement und kontinuierlichem Ausnahmezustand spricht. Demnach sind kritische Situationen heute Alltag.
Mag sein. Gut für mich. Dann gibt es viel zu tun.
Eine Frage möge mir verziehen werden: Ist ständige Veränderung nicht eine banale Tatsache des Lebens und unternehmerischen Handelns an sich? Vielleicht ist die Frage gar nicht so sehr, ob unser modernes Leben von permanenter Veränderung und Komplexität geprägt ist. Sondern vielmehr, ob Veränderung gleich Krise und Bedrohung bedeuten muss.
Bekanntlich erschaffen wir selbst die Realität, in der wir leben, durch unser Denken und Handeln.
Vielleicht ist das aktuelle lebendige Geschehen nur eine Einladung, mit den Illusionen einer klar umrissenen und begreifbaren Realität aufzuräumen. Vielleicht sind Veränderungen krisenhaft und schmerzvoll, weil sie uns auffordern, das Leben als das zu erkennen und zu leben, was es ist: riskant, bewegt, unerklärlich und bodenlos.
Vielleicht leiden wir einfach nur an mentalen Wachstumsschmerzen.
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