Ein Ort für Ihre Gedanken
Sich Gedanken darüber zu machen, wo Sie Ihre Gedanken verstauen können, mag Ihnen belanglos und trivial erscheinen. Damit Selbstmanagement allerdings gelingt und effektive Selbstorganisation möglich wird, sind vier Faktoren von äusserster Bedeutung:
- Es muss Spass machen.
- Es muss einfach, sprich praktikabel sein.
- Der Aufwand muss überschaubar bleiben.
- Es muss Spass machen.
Vor geraumer Zeit habe ich Sie mit Anregungen beglückt, wie Sie Ihren Kopf freikriegen und somit Ihre Aufmerksamkeit ganz auf die Aktivitäten richten können, mit denen Sie sich gerade befassen. Sie sollten einen Gedankenbehälter anschaffen, den Sie ungestört überall mitführen können und alles notieren, was Ihre Aufmerksamkeit über Gebühr strapaziert.
Welcher Sammelbehälter eignet sich besonders?
Die erste Option ist der Notizblock mit Stift (Bleistift, Kugelschreiber, Filzer oder Aufziehfüller für den Geniesser) in seinen vielen Varianten: College, gebunden, zum Abreissen etc.
Der Notizblock ist eine geniale Option, auch wenn er in unseren virtuellen Zeiten altbacken anmuten mag. Man hat etwas ehrliches in der Hand und mit der Hand zu schreiben ist ein wahrer Genuss, zumal, wenn man sich sonst die meiste Zeit auf Plastikknöpfen austobt.
Der Notizblock ist schnell, leicht, wenig anfällig, da nur minimale Technologie zur Anwendung kommt und braucht nicht mal zwei Sekunden zum Hochfahren. Allerdings hat man nachher jede Menge Flatterblätter, die beim Blättern flattern…
Genug der Zungenbrecher. Zu den Nachteilen:
- Einfache lose Blätter (aus dem Notizblock gerissen) bergen ein nicht zu unterschätzendes Risiko des Datenverlustes, auch ohne Festplattencrash. (Ich erspare Ihnen jetzt die Geschichte aus dem Gute-Nacht-Buch meiner Älteren, die von dem Jungen, handelt der mit Mamas Einkaufszettel loszog…).
- Und Gebundenes lässt sich schlecht sortieren und weiterverarbeiten.
Eine weitere Möglichkeit zum Erfassen Ihrer Gedanken ist natürlich der Computer, gesetzt den Fall, dass Sie die meiste Zeit davor verbringen (was ich Ihnen nicht wünsche) und Sie somit ständig Zugriff darauf haben. Er ist allerdings keine grosse Hilfe, wenn Ihnen die besten Einfälle abends vor dem Einschlafen, in der Natur oder in der Badewanne kommen.
Einen Handheld, PDA (Personal Digital Assistant) oder ein Smartphone schlagen Sie vor? Viel Vergnügen! Ich habe mich die letzten fünf Jahre mit dem Zeug herumgeschlagen und komme zu dem Schluss: man muss dafür geboren sein. Mit einem Stift auf einer Oberfläche herummalen und permanent die falsch erfassten Buchstaben zurückkorrigieren oder mit der Stiftspitze auf einer digitalen Minitastatur rumdöckeln? Nee, nee. Das ist keine Erleichterung, das ist ein Alptraum.
Vermeintlich gewiefte verwenden digitale Diktiergeräte. Mit dem Nachteil, dass sie das, was sie gesprochen haben in Echtzeit wieder ablauschen dürfen. Eine wenig geeignete Option, Ihre Effektivität zu steigern.
Ich persönlich bevorzuge A6 Karteikarten. Die passen in nahezu jede Tasche und bieten genug Platz, zum Schreiben. Ausserdem brauche ich dank der Festigkeit keine Schreibunterlage und ich verliere sie aus dem gleichen Grund weniger leicht.
Ich kann sie, bei Bedarf, nebeneinander ausbreiten und sortieren. Für die ganz Ausgebufften bietet sich zudem die Verwendung unterschiedlicher Farben an, um bereits beim Notieren eine gewisse Struktur bzw. Kategorisierung zu schaffen.
Sollten Sie darüberhinaus Ihre Effektivität so weit gesteigert haben, dass Sie nicht mehr Wissen, wohin mit der vielen Zeit, können Sie sich damit vergnügen, Kartenhäuser zu bauen.
Alles Vorteile, die Sie mit dem gewöhnlichen Spiralblock, gebundenen Notizbüchern à la “Moleskine” trotz ihrer edlen Anmutung nicht haben. Wie Sie Karteikarten mit edlen “Moleskine”-Accessoires in eine geniale Symbiose bringen können, davon werde ich demnächst berichten.
Welche Möglichkeiten Sie für sich entdecken, für welche Option Sie sich nach geeigneter Prüfung auch immer entscheiden, noch ein kleiner Rat zum Abschluss: beschränken Sie sich. Schaffen Sie nicht zehn verschiedene Notizbücher, für jeden Raum Ihres Palastes an.
Sammeln Sie nicht einen Teil Ihrer Gedanken im Computer, einen weiteren im Palm PDA und den Rest verteilt auf Post-Its und wilde Fresszettel. Beschränken Sie sich auf wenige, am besten einen einzigen Sammelbehälter.
Wie Sie Ihren Sammelbehälter auf sinnvolle Weise leeren können und die ganzen Ideen, Gedanken, Termine, Erledigungen und ToDo’s weiter verabeiten können, davon mehr in einem der nächsten Beiträge.


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