Archiv der Kategorie ‘Schreiben‘

 
 

“Geprüfte Intelligenz”

XINGLiterarischer Band von Hochbegabten für begabte Artgenossen.

Was hat es mit diesem Projekt auf sich?
Entstanden ist die Idee eines Buchbandes von Hochbegabten für Hochbegabte ursprünglich im Online-Business-Forum “XING” durch Frau Lilli Cremer-Altgeld.

In diesem Buchprojekt, ursprünglich als reines Lyrik-Projekt gedacht, werden die Tore für unterschiedliche literarische Formate geöffnet, seien es Gedichte, Kurzgeschichten, Essays oder Szenisches. Am ursprünglichen Gedanken, Illustrationen von Kindern, aber auch von erwachsenen Hochbegabten und Texte von Kindern aufzunehmen halte ich unbedingt fest. Gerade für letztere eröffnen sich hoffentlich durch die grössere Diversität an Formaten mehr Möglichkeiten, einen Beitrag zu leisten.

Welches Anliegen verfolgt das Projekt?
Zu allererst soll hier, ergänzend zu der Vielzahl an Fach- und Selbsthilfebüchern, das Thema “Hochbegabung” in einer unmittelbar am gefühlsmässigen Erleben orientierten Form zugänglich gemacht werden.

Mit unterschiedlichen Zielsetzungen:
Hochbegabten soll ein Raum geboten werden, sich selbst und ihrem Leben in künstlerischer Form Ausdruck zu verleihen.

Weiterhin hat das Projekt Menschen im Blick, welche von Hochbegabung “betroffen” sind, sich aber in quasi absoluter Unwissenheit über den Sachverhalt befinden, dass es ihre Begabungen sind, über welche sie permanent stolpern. Über das Medium “Text” soll diesem Kreis die Möglichkeit geboten werden, sich über das Wiedererkennen thematisierter Gefühle, Fragestellungen und Situationen, an ein konstruktiveres Selbstbild heranzupirschen.

Zuletzt soll Menschen, welche von aussergewöhnlicher intellektueller Begabung weniger “betroffen” sind, ein unmittelbarer Einblick in die Lebenswelt Hochbegabter ermöglicht werden, um grösseres Verständnis für allgegenwärtige Schnittstellenphänomene zu schaffen.

Über das Buchprojekt hinaus sind Folgeprojekte, wie Hörbuch und Kalender geplant.

Worum geht es in diesem Band nicht?
Es geht keinesfalls darum, irgendjemanden zu dekorieren oder herauszustellen. Schon gar nicht darum, an irgendeiner Stelle den IQ einer AutorIn in den Wind zu hängen. IQ 130+ als landläufige Definition von Hochbegabung wird in der Einführung besprochen werden.

Hier wird Raum sein, die Fragwürdigkeit dieser Definition zu diskutieren, zumal, erwiesenermassen, Phänomene welche “130+” betreffen auch schon bei Menschen aufzufinden sind, welche einen IQ von 125 haben. Es wird aber auch aufgezeigt werden, wie das Erkennen hoher intellektueller Begabung, den Begabten selbst helfen kann, sich und ihr Leben neu zu sehen, zu verstehen und eine Korrektur ihres Selbstverständnisses bewirken kann. Vermutlich wird Platz sein, ähnliche, z.T. korrelierende Phänomene, wie ADHS, HSP, Asperger kurz anzusprechen.

Es wird meine Aufgabe, weil mein wichtigstes Anliegen, und jene des Verlags sein, den Band so zu rahmen und einzuführen, dass er gerade all jenen Zugang zur Thematik eröffnet, welche bisher keine oder nur eine verschämte Ahnung von ihrer “Problematik” haben.

Die Hoffnung, diese Zielgruppe zu erreichen und ihr eine weitere Möglichkeit zu eröffnen, zu einem konstruktiveren Selbstbild und einem produktiveren oder einfach entspannteren Lebensstil zu finden, bildet den grössten Teil der Legitimation dieses Projekts, des Versuchs einer hilfreichen Abgrenzung gegenüber anderen Denk- und Wahrnehmungsbegabungen und des Engagements bezogen auf diesen Band.

Ich freue mich über jeden, der das Projekt als AutorIn, als Kontaktperson zu AutorInnen (gerne auch Kinder), IllustratorInnen (ebenfalls gerne Kinder), geeigneten Verlagen oder in anderer Form unterstützen möchte.

Bitte zögern Sie nicht, mich zu kontaktieren.

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Stillhalten und Schweigen

Eine geniale Idee zuckt durch Ihr Hirn. Ein, zwei Sätze hingeworfen schimmern fein auf dem Papier. Sie werfen Sätze, Absätze, Seiten hinterher. Feilen, bauen aus, beschneiden, schärfen. Zeile um Zeile, Wort um Wort. Ihre Phantasie geht mit Ihnen durch und Sie reiten darauf übermütig bis zum Horizont Ihres ersten, von der Welt völlig überrascht aufgenommenen überragenden Erstlingserfolgs.

Carmel - Big SurDie Geschichte, welche in Ihnen entsteht, Formen annimmt, findet unmöglich Raum in nur einem Roman. Sie verlangt nach Fortsetzungen, schreit nach einer Trilogie. Sie sitzen in ihrem imaginierten Haus in Big Sur, im Hintergrund die wilde Brandung des Pazifik, in der einen Hand einen wunderbaren Cognac, in der anderen die druckfrische Ausgabe Ihres dritten Bandes. Im Corbusier-Sessel Ihnen gegenüber sitzt Ihr guter Freund, John Irving, und prostet Ihnen anerkennend zu.

Sie lösen sich aus Ihrem Tatgtraum und nachdem Sie Ihr Werk zum wiederholten Male gelesen, sogar laut vorgelesen haben (eine erste Übung für die vielen Lesungen, welche Sie erwarten) und auch Ihre Ohren das unter Ihren Händen entstehende Werk voller Bewunderung und Liebreiz aufgenommen haben, können Sie nicht mehr an sich halten. Sie wandern mutig und entschlossen, Ihren Laptop frech auf den Unterarm geklemmt, durch die Wohung auf der Suche nach Ihrer Partnerin, die Sie am bevorstehenden Erfolg teilhaben lassen wollen. Sie weiss bereits um Ihr Genie. Natürlich. Sie ermutigt Sie schon länger, Ihr Talent zum Schreiben ernst zu nehmen. Jetzt aber werden Sie den Beweis antreten.

“Darf ich Dir etwas vorlesen” hören Sie sich sagen. Ein Gefühlscocktail aus Stolz, Rührung, Angst vor harscher Kritik und Gleichgültigkeit umnebelt Ihre eben noch scharfen Sinne. Ihre Partnerin mit irgendeiner anderen, für Sie völlig nebensächlichen Aktivität beschäftigt, zwingt ein freundliches Lächeln auf ihr Gesicht und nickt Ihnen ein abwesendes “Ja” zu. Dankbar und kraftvoll machen Sie sich an die erste, quasi öffentliche, Lesung des feinsten Stoffes, den Sie je in Händen hielten und … eben noch gespannt und seidig reisst er in lange, spröde, fadenscheinige Fetzen. Lumpen bleiben. Leere. Lustlosigkeit breitet sich in Ihnen aus. Totaler Spannungsabfall. Krepierte Kreativität. Totes Zeug.

Ihre Partnerin fand das Geschriebene nicht schlecht, im Gegenteil, sie fand es wunderbar. Vielleicht nur passabel, vielleicht zu extrem, zu lang, zu schnell oder zu genial. Egal. Das Tier ist tot. Das Projekt gestorben. Eine grosse Geschichte fällt fahl in kühles feuchtes Erdreich und erhofft sich nur noch eines: sie mögen sie zudecken.

Stephen King schien mir sehr streng mit seiner Forderung, der Schriftsteller möge sein Werk unter Verschluss halten, bis die erste komplette Fassung steht. Auch wenn sein Buch “On writing” keinen anderen nützlichen Hinweis enthielte und darüber hinaus ein stilloses, wenig unterhaltsames wortgefülltes Papier wäre, es hätte sich mehr als gelohnt, es zu lesen, nur um diesen Wink zu entnehmen. Egal welche Rückmeldung Sie bekommen, es ist immer ein unangemessener und unnötiger Eingriff in Ihren kreativen Prozess.

Dorothea Brande liefert in ihrem in den dreissiger Jahren erschienen Buch “Becoming a writer” eine Erklärung, welche King nicht so klar und deutlich fasst: wenn Sie die Idee zu einer Geschichte, Auszüge aus einem enstehenden Werk zum besten geben, dann nehmen Sie sich die Kraft, das Buch zu Ende zu schreiben. Wenn Sie das erste mal vorgetragen haben, entsteht beim weiteren Schreiben das schale Gefühl, sie würden eine Geschichte das zweite mal erzählen. Und der ganze Zauber des Schaffens weicht nüchternem, uninspiriertem Arbeiten. Das ist ganz sicher nicht, was Sie wollen.

Wie sagt Konfuzius so schön: die schwierigste und schmerzhafteste Art zu lernen ist Lernen durch Erfahrung. Ich persönlich war dort. Hatte es nicht geglaubt. Schien über solch niedere Selbstbeschränkung erhaben. Habe gelitten. Bin gescheitert. Habe verstanden.

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Einen Monat für einen Roman

Nano participantEs ist wieder so weit. Die NaNoWriMo-Pforten sind zum neunten Mal geöffnet. Der National Novel Writing Month (http://www.nanowrimo.org) ist eine Inititative, welche alle Menschen einlädt, die schon immer mal einen Roman schreiben wollten oder ein angefangenes Werk zu Ende bringen wollten, dies zu tun.

Das Prozedere ist einfach:

1. Auf der Webseite anmelden. Seit dem 1. Oktober kann man sich registrieren.
2. Im Zeitraum vom 1. – 30. November mindestens 50.000 Worte eines Romans hervorbringen.

Die Idee ist nicht, ein perfektes, völlig ausgefeiltes, stilistisch rundes und handlungskonsistentes Werk zu vollbringen, sondern gerade den inneren Kritiker und den inneren Perfektionisten in ein einmonatiges Schweigeretreat zu verbannen, um sich ganz und gar, dem Akt des Hervorbringens zu widmen.

Das Ziel ist es, bis zum Ende zu gehen und einen ersten Entwurf in diesem Monat möglichst komplett zu machen. Danach bleibt alle Zeit der Welt für die Überarbeitung, den Feinschliff, die Konsolidierung.

Wie klingt das? Interessant? Dann würde ich mich freuen, wenn ich hier einige Mitstreiter finde.

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Outliner

Outliner

In Deutschland sind sie nicht so verbreitet wie in den USA: Outline-Programme. Eigentlich ist ein Outliner ein ganz trivialer Texteditor. Das besondere an einem Outline-Programm ist allerdings die Möglichkeit, Gedanken und Ideen hierarchisch anzuordnen.

Stonenotes ScreenshotDie meisten Outline-Programme bestehen aus zwei Fenstern: links ein Fenster mit einer Baumansicht entsprechend der Ansicht von Ordnern im Windows-Explorer. Nur werden hier keine Verzeichnisse verwaltet, sondern Knoten eines hierarischen Baums. Im rechten Fenster befindet sich der Text, die Beschreibung des aktuellen Knotens.

Wofür können Sie ein Outline-Programm nutzen?
Grundsätzlich können Sie es genauso nutzen, wie ein Mindmap-Programm: um Ideen, Projekte, Gedanken zu strukturieren. Während ein Mindmap (der Grundidee Buzan’s folgend) allerdings nur Stichworte umfassen sollte und eine Möglichkeit darstellt, Komplexität zu reduzieren, erlaubt ein Outline-Programm das Erstellen grosser umfassender Konzepte oder umfangreicher schriftlicher Arbeiten, wie Diplomarbeiten, Dissertationen, Sachbücher und Romane.

Gegenüber einem normalen Textverarbeitungsprogramm bietet ein Outline-Programm den Vorteil, dass Sie Knoten jederzeit im Baum verschieben können und so Ihre Texte oder Projekte bei Bedarf sehr einfach umstrukturieren können. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Prinzip des “information-hidings”. Sie sehen immer nur die Inhalte des aktuellen Knotens und nicht alle anderen Aspekte Ihrer Arbeit oder Ihres Projektes. So können Sie sich ganz und gar auf den aktuell zu bearbeitenden Punkt konzentrieren. Gleichzeitig können Sie sehr schnell, bei Bedarf, auf alle anderen Knoten zugreifen.

Darüberhinaus können Sie ein Outline-Programm nutzen, um Tagebuch zu führen, wichtige Ideen, Eingebungen, Impulse festzuhalten, Hinweise abzulegen, an welcher Stelle Sie eine wichtige Aufgabe beim nächsten Mal fortsetzen wollen und um alle Informationen, welche Ihnen begegnen und welche Ihnen für eine spätere Verwendung als nützlich erscheinen, abzulegen.

Ich nutze unter Windows Keynote und unter Linux KnowIt, beide kostenlos, um Ideen für Newsletterthemen festzuhalten, um Newsletter und Blogbeiträge auszuarbeiten, um Projekte zu strukturieren, Bilder, Gedanken, Szenen, Charaktere festzuhalten und um Buchprojekte herunterzubrechen auf ein handhabbares Mass.

Ein “must-have” für jeden Projektmanager, für alle, welche unter hoher Kreativität leiden (;-) ) und Menschen, welche ihre vielen Informationen, Eindrücke, Ideen schnell und einfach strukturiert ablegen wollen.

Aber finden Sie es selbst heraus…

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