Ich bin ein grosser Freund virtueller Kommunikation. Eine wunderbare Möglichkeit, mit Menschen in Kontakt zu kommen, welche man sonst wahrscheinlich niemals treffen würde. Ich nutze die verfügbaren Medien zwar nicht exzessiv, aber doch höchst intensiv.
Gleichzeitig bin ich auch ein grosser Freund des direkten zwischenmenschlichen Kontakts, weshalb ich es vorziehe einen grossen Teil meiner Zeit in nicht-virtuellen Kommuniktaionssituationen zuzubringen. Aufgrund dieses Sachverhalts habe ich keinerlei Ambitionen, dem Trend zu folgen und ein zweites Leben im Netz zu entwickeln. Ganz abgesehen von der Tatsache, dass ich schon genug damit zu tun habe, die Fäden des ersten Lebens irgendwie zusammen zu halten.
Wie geht es Ihnen in dieser Hinsicht? Brauchen Sie noch weitere Leben? Noch mehr Möglichkeiten? Anregungen? Input?
Wie auch immer. Ein Kollege hat mir gerade einen Link auf einen Artikel der TAZ zugesandt, welcher sich mit einem ganz neuen Thema befasst: First Life.
In Deutschland sind sie nicht so verbreitet wie in den USA: Outline-Programme. Eigentlich ist ein Outliner ein ganz trivialer Texteditor. Das besondere an einem Outline-Programm ist allerdings die Möglichkeit, Gedanken und Ideen hierarchisch anzuordnen.
Die meisten Outline-Programme bestehen aus zwei Fenstern: links ein Fenster mit einer Baumansicht entsprechend der Ansicht von Ordnern im Windows-Explorer. Nur werden hier keine Verzeichnisse verwaltet, sondern Knoten eines hierarischen Baums. Im rechten Fenster befindet sich der Text, die Beschreibung des aktuellen Knotens.
Wofür können Sie ein Outline-Programm nutzen?
Grundsätzlich können Sie es genauso nutzen, wie ein Mindmap-Programm: um Ideen, Projekte, Gedanken zu strukturieren. Während ein Mindmap (der Grundidee Buzan’s folgend) allerdings nur Stichworte umfassen sollte und eine Möglichkeit darstellt, Komplexität zu reduzieren, erlaubt ein Outline-Programm das Erstellen grosser umfassender Konzepte oder umfangreicher schriftlicher Arbeiten, wie Diplomarbeiten, Dissertationen, Sachbücher und Romane.
Gegenüber einem normalen Textverarbeitungsprogramm bietet ein Outline-Programm den Vorteil, dass Sie Knoten jederzeit im Baum verschieben können und so Ihre Texte oder Projekte bei Bedarf sehr einfach umstrukturieren können. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Prinzip des “information-hidings”. Sie sehen immer nur die Inhalte des aktuellen Knotens und nicht alle anderen Aspekte Ihrer Arbeit oder Ihres Projektes. So können Sie sich ganz und gar auf den aktuell zu bearbeitenden Punkt konzentrieren. Gleichzeitig können Sie sehr schnell, bei Bedarf, auf alle anderen Knoten zugreifen.
Darüberhinaus können Sie ein Outline-Programm nutzen, um Tagebuch zu führen, wichtige Ideen, Eingebungen, Impulse festzuhalten, Hinweise abzulegen, an welcher Stelle Sie eine wichtige Aufgabe beim nächsten Mal fortsetzen wollen und um alle Informationen, welche Ihnen begegnen und welche Ihnen für eine spätere Verwendung als nützlich erscheinen, abzulegen.
Ich nutze unter Windows Keynote und unter Linux KnowIt, beide kostenlos, um Ideen für Newsletterthemen festzuhalten, um Newsletter und Blogbeiträge auszuarbeiten, um Projekte zu strukturieren, Bilder, Gedanken, Szenen, Charaktere festzuhalten und um Buchprojekte herunterzubrechen auf ein handhabbares Mass.
Ein “must-have” für jeden Projektmanager, für alle, welche unter hoher Kreativität leiden (;-) ) und Menschen, welche ihre vielen Informationen, Eindrücke, Ideen schnell und einfach strukturiert ablegen wollen.
War ja klar. Konnte man sich ja denken. Da habe ich vor vier Wochen mein neues Lenovo Notebook bestellt (Sie werden jetzt sagen: “Selbst schuld, wenn er sich keinen Mac kauft.”) mit knackeneuem Windows VISTA drauf. “Na ja, schau ich mir das mal an”, hab ich mir gedacht, und das Teil frisch und fröhlich hochgestartet.
Alles schön und gut, meine kleinen Lebensnotwendigkeiten, Outliner, Grafikprogramme, Bulk-Mailer, Skype und was ein moderner Selbständiger im Internetzeitalter so braucht, installiert. Meine reine, neue, leere Thunderbird-Version (welch ein Genuss) mit den Emaildaten der Vergangenheit vollgestopft. Schlussendlich sass ich da, erfüllt, nach getaner Arbeit, bereit, mich den neuen Herausforderungen meines produktiven Daseins zu widmen. Schön sah es aus. Nett eingepackt. Ein bisschen bunt und glänzend, spiegelnde Buttons und der ganze Kram.
Ein paar Tage später kamen die ersten unheilvollen Ankündigungen schwerer Erbkrankheiten, welche dieses neueste Kind aus Redmond, U.S., mit auf die Welt gebracht hatte. Dubiose Fehlermeldungen, irgendwelche Authentifizierungsprozesse könnten nicht meht gestartet werden. Die Möglichkeit, Lösungen für das Problem im Internet zu suchen, welche mir angeboten wurde, nahm ich gerne an, wohlwissend, dass hier keine Lösungen gefunden würden und es nur darum ging, mich einmal mehr für dumm zu verkaufen.
Nach zwei Wochen, ich hatte gerade die Treiber für meine Logitec-Webcam installiert, war dann endgültig Schluss mit lustig. Es konnte keine weitere Software mehr installiert werden. Die fiese Software, welche mich in die missliche Lage gebracht hatte, liess sich nicht mehr deinstallieren. Systemkritische Applikationen verweigerten die Zusammenarbeit und ich die weitere Auseinandersetzung mit diesem Müll aus der Microsoft-Schmiede. Das Thema Digital Rights Management, Viren und Trojaner erspare ich Ihnen hier.
Wie angenehm leicht, geradezu beflügelnd, fühlte es sich an, Kubuntu herunterzuladen. Das ISO-Image auf eine feine, silberne Scheibe zu brennen, den Rechner durchzustarten. Beim Anblick der schönen, weiten Fläche des KDE-Desktops schlug mein Herz höher. Ich musste seufzen und konnte das erste mal seit längerem (meine XP-Installation auf dem alten Schlepptop hatte mich bereits geraume Zeit gequält) wieder ganz entspannt durchatmen.
Es brauchte nur einen kleinen Klick auf das Desktop-Icon “Life install”: der freundlichen Nachfrage, ob ich tatsächlich die ganze Festplatte abräumen wollte kam ich ebenso freundlich, wie entschlossen mit einem heiteren “Ja” entgegen. In nullkommanichts putzten die modernen Heinzelmännchen im afrikanischen Pinguin Frack die Platte sauber von der Betriebssytemfatamorgana.
Wie gut fühlt es sich jetzt an, unter Kubuntu Linux zu arbeiten, Kontrolle über alle Prozesse zu haben. An meiner grafischen Oberfläche kann ich herumzubasteln wie ich will. Eine unglaubliche Anzahl von coolen, produktivitätsfördernden Applikationen (mehr davon in nächster Zeit) installiere ich mit einzeiligen Befehlen. Sauber und korrekt. Es gibt wirklich keinen Grund, ein Microsoft-Betriebssystem auf dem eigenen Rechner zu haben. Geschweige denn, Geld dafür über irgendeine Ladentheke zu reichen. Höchstens um mieses Produktdesign zu studieren. Oder als erstaunlicher, alltäglich sichtbarer Beleg dafür, dass sich alles, aber auch alles verkaufen lässt, vorausgesetzt man verfügt über eine massive Lobby, einen riesigen Marketingapparat und ausreichend Geld, um ganze Gesellschaftsschichten zu brainwashen.
Und wenn Sie sehen wollen, was Ubuntu so alles kann, ohne dass Sie auch nur einen winzigen, kleinen Euro aus der Tasche ziehen müssen (Sie dürfen natürlich eine Spende für die Entwickler geben) , dann schauen Sie mal hier:
Ich sage nur: “Hasta la vista, baby” und surfe auf meinem Linux-Notebook in die frühlingshafte Abenddämmerung.
Es ist trivial, sich Ziele zu setzen. Jeder kann das. “Ich möchte dieses und jenes erreichen”. Aber es ist nicht immer einfach, an den eigenen Zielen dranzubleiben. Die aktuellen, dringenden, routinemässigen Dinge des Alltags halten uns häufig fest in ihrer kräftigen Hand.
Es gibt Möglichkeiten, Ziele nachhaltig zu formulieren. Darüber habe ich an andere Stelle geschrieben. Heute möchte ich Ihnen nur kurz ein Internet-Tool vorstellen, welches Ihnen erlaubt, Ihren Einsatz für wesentlich Wichtiges in Ihrem Leben zu tracken.
Ein Werkzeug, welches Sie nutzen können, um sich Rechenschaft darüber abzulegen, ob Sie Ihre wichtigen Ziele verfolgen oder nicht. Nach dem Sie sich mit drei, vier Angaben ein Benutzerkonto angelegt haben, können Sie auch schon loslegen. Einfach neue Ziele definieren. Die Software erstellt daraus automatisch eine Matrix: auf der Horizontalen Tage und Wochen, auf der Vertikalen Ihre Ziele.
Wenn Sie etwas Konkretes (oder weniger Konkretes ) für ein Ziel getan haben, dann genügt es, in das entsprechende Feld des Tages in der Matrix zu klicken. Mehrfaches Klicken spiegelt die Intensität Ihres Einsatzes wieder und findet Niederschlag in weiteren grünen Häckchen im entsprechenden Feld.
Unterschiedliche Auswertungen stehen Ihnen zur Verfügung. Darüberhinaus können Sie, wenn Sie so öffentlichkeitsfreudig sind (oder eine hohe Verbindlichkeit für sich schaffen wollen), eine kleine Grafik in Ihren Blog oder Ihre Webseite einbinden, welche Ihr gelebtes Commitment für Ihre Ziele widerspiegelt.
Eben noch fleissig in den Foren werkelnd – Sie kennen doch XING (openBC) – jetzt nur noch Fehlerseiten. Zeitüberschreitung bei der Serveranfrage. Hat man mich ausgesperrt, weil ich so aktiv in den Gruppen war? Hat man mir eine Nabelschnur in die Netzwerkwelt abgeschnitten, gerade jetzt, wo ich das Tool anfange ernst zu nehmen.
Die peinliche Stimme des ängstlichen Verschwörungstheoretikers. So richtig lustig ist es allerdings nicht, dass sich das beliebte Online-Netzwerk über eine Stunde nicht erreichen lässt. Vielleicht ein böser Hack von den LinkedIn-Betreibern? Welch böse Unterstellung. In der Hoffnung, die Plattform möge bald wieder online sein und im unwahrscheinlichen Fall, dass Sie die Plattform noch nicht kennen: schauen Sie sich mal um und mischen Sie mit. Da gibt es wirklich virtuelle Kontakte zu entwickeln. Erstmal.
Ganz abgesehen davon finden Sie eine Vielzahl von Gruppen, beruflich engagierter Menschen, in denen es was zu lernen und zu teilen gibt.
Wie vor Ort der Verzettelung entgehen? Keine Rezepte für heute.
Gehören Sie auch zu den Menschenscheuen und haben die Nase voll von all dem hypen “ich kenne Dich und Du kennst mich und über fünf Ecken kenne ich Steve Jobs, Bill Gates und kannte ich John Lennon”?
Rettung ist in Sicht. Michael Trenkler von Scholl Communications hat mich auf den tollen Dienst von alleinr hingewiesen. Es gibt jetzt zwei Webservices, die Ihnen die absolute Einsamkeit im Internet versprechen:
Was in beiden Services allerdings fehlt ist eine Anzeige, welche darüber informiert, mit wem man gerade alleine auf der Seite ist. Darüberhinaus bleibt ein schaler Geschmack zurück angesicht der Inkonsequenz der Betreiber. Am Ende gibt es doch wieder eine Hintertür, welche zu ganz gewöhnlichen Blogs führt.
Ein bisschen wie im wahren Leben: vorne werden der ganz grosse Seelenfrieden, Keuschheit und Abstinenz zur Schau getragen und hinter der Fassade, na Sie wissen schon…