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Kreative Hochleister? Was zur Hölle?

Sir Richard Branson“Business heisst für mich nicht Anzüge tragen oder die Aktionäre zufrieden zu stellen. Es geht darum, sich selbst und seinen Ideen treu zu bleiben und das Wesentliche im Auge zu behalten.” Richard Branson 

Die Ausrichtung meines Blogs und meines Beratungs- und Trainingsangebots hat sich nur zart verändert. Wo es eben noch um Hochkreative und Hochbegabte ging, ist eine neue Note hinzu gekommen: Hochleistung.

Eigenschaften kreativer Hochleister
Auf meiner Webseite habe ich versucht, einige Kriterien zu formulieren, welche kreative Hochleisterinnen und Hochleister meiner Meinung nach ausmachen.

  • Überdurchschnittlich zielstrebig.
  • Große Energie und Umsetzungsgeschwindigkeit.
  • Ausgeprägte Initiative.
  • Hohe Kreativität.
  • Vielseitig interessiert und begabt.
  • Hohes Leistungs- und Erfolgspotential.

Ergänzt habe ich diese erstaunlichen Fähigkeiten mit Eigenschaften, welche manchmal von den kreativen Hochleistern oder aber von ihrem Umfeld als belastend erlebt werden:

  • Vernachlässigen häufig Privatleben und Außerberufliches.
  • Vernachlässigen körperliche Bedürfnisse und Erholung.
  • Fühlen sich häufig getrieben und innerlich unruhig.
  • Verzetteln sich in vielen Projekten und Rollen parallel.

Mein Interesse ist es, in der nächsten Zeit Menschen vorzustellen, welche die positiven Eigenschaften auf sich vereinen und ein brauchbares Arrangement mit den persönlichen Herausforderungen gefunden haben.

Und vielleicht ist es ein gewagter Versuch, gerade jene als Gruppe fassen zu wollen, welche sich durch hohen Individualismus auszeichnen. Und gleichzeitig haben angesehene Forscher, wie Mihaly Csikszentmihalyi und Howard Gardner einen grossen Teil ihrer Energie darauf verwandt gerade das zu tun. Zum einen, um das Phänomen “Kreativität” und Kreative zu beleuchten. Zum anderen, um Wege und Best-Practices wie das Flow-Konzept abzuleiten, welche die Wahrscheinlichkeit eines befriedigenden und produktiven Lebens für Jedermann brauchbar erhöht.

Lassen Sie uns beginnen.
Richard Branson ist kein unumstrittener Mensch. Ein Marketing-Guru sagen einige, ein gefährlicher Geschäftspartner andere. Viele Unternehmen finden sich in der Virgin Gruppe, von denen einige hochprofitabel sind, andere eher Auswüchsen eines Unternehmerlabors gleich kommen.

Sei’s drum: kreative Hochleister polarisieren und stellen den Status Quo in Frage. Die hocherfolgreichen finden sich gerne im Kreuzfeuer der öffentlichen Kritik, zumal in turbulenten Zeiten.
Wie heisst es so schön bei Albert Einstein:

“Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.”

Hier ein nettes Interview mit dem wilden Virgin Ritter bei TED. Ach, und wie organisieren Sie Ihre besten Ideen in Richtung Erfolg und Produktivität?

credentials: Richard Branson photograph - courtesy of en.wikipedia.org

Kreativität. Ein wildes Biest, das gezähmt werden will.

Pablo Picasso 1962Sind Sie ein hochkreativer Mensch? Dann dürfen Sie sich glücklich schätzen.Kreativität ist eine wunderbare Kraft. Sie ist Ursprung genialer Erfindungen, erstaunlicher künstlerischer Leistungen, beeindruckender Unternehmen, manchmal Motor, manchmal Gefährt für Fortschritt und Entwicklung auf allen Ebenen.

Ausgestattet mit großer Gestaltungskraft kann es für den kreativen Menschen allerdings zu einer außerordentlichen Herausforderung werden, diese Kraft auf produktive Weise zu nutzen. Die Kreativität interessiert sich kaum für die Frage, ob wir über geeignete Werkzeuge verfügen und angemessene Bedingungen geschaffen haben, mit deren Hilfe sich diese archaische Kraft auf gesunde und hilfreiche Weise nutzen lässt.

Kreativität kennt nur ein einziges Streben, sich auszudrücken. Dies tut sie vollkommen unabhängig von der Form, der Nachhaltigkeit und den Auswirkungen, welche ungebremstem, unkultiviertem Ausdruck folgen. Kreativität, welche ungebändigt wirkt führt gerne zu einem unproduktiven Lebensstil, zu Verwirrung, Chaos, Problemen und Krisen auf unterschiedlichen Ebenen.

Sie kann am Ursprung von Überforderung, Selbstausbeutung und Depression stehen, wo sie keine produktiven Ausdruckswege findet. Denn dort wo große unerschlossene oder unproduktiv erschlossene Potentiale liegen stellt sich gerne das Gefühl des Versagens ein, welches proportional zur gefühlten Kluft zwischen den geahnten und den realisierten Möglichkeiten steht.

Wenn Sie also ein außerordentlich kreativer Mensch sind, dann ist es für Ihre Gesundheit, Ihre Produktivität und Ihre Gelassenheit sehr wahrscheinlich von großer Bedeutung, dass Sie sich mit den folgenden Themen auf intensive und lösungsorientierte Weise auseinandersetzen:

  • Welchen Rahmen will ich für meinen kreativen Ausdruck schaffen?
  • Welche Struktur will ich für meinen kreativen Ausdruck schaffen?
  • Welche Richtung will ich meiner Kreativität geben?
  • Welchem konkreten Zweck, welchem abstrakten Ziel, welcher Vision möchte ich mit meiner Kreativität dienen?
  • Wie sieht ein gesunder Arbeitsrhythmus aus?
  • Wie kann ich ein gutes Maß zwischen kreativer Aktivität, Routineaufgaben, Erholung und Genußphasen finden?
  • An wen möchte ich mich mit meiner kreativen Kraft wenden?
  • Wem will ich dienen?
  • Für wen will ich wirken?
  • Wieviel Ausdruckskraft, Abstraktion, Komplexität und Assoziationsdichte sind für diese Adressaten zumutbar?
  • Welche Medien will ich nutzen?
  • In welchen konkreten Formen will ich meine kreative Kraft giessen?

Antworten auf diese Fragen, auch wenn sie nur vorübergehender Natur sein mögen stellen einen weiteren wichtigen Schritt dar, große, z.T. widerstrebende Kräfte zu integrieren. Sie leisten somit einen Beitrag dazu, hohe Produktivität, Kreativität und einen gelassenen Lebensstil in Einklang zu bringen.

Und was ist mit beruflichem Erfolg fragen Sie sich? Dazu möchte ich gerne meine Freundin und Kollegin Christa Kolodej, Koryphäe für das Thema Mobbing, aus Wien zitieren:

“Ich habe immer nur das getan, was mich interessiert und was mir Freude macht. Die unternehmerische Entwicklung folgte dabei ganz automatisch.”

Bildquelle: Pablo Picasso, Wikipedia

Auf der Suche nach Antworten und Ideen zu fummeligen Fragen?

Haben Sie in Ihrem Unternehmen Problemstellungen im Bereich “Forschung und Entwicklung” oder andere knifflige Fragen, welche mit den Inhouse-Mitteln nicht beantwortet werden können? Dann könnte es sich lohnen, sich mit dem OpenInnovation-Konzept vertraut zu machen. In ihrem Buch “Wikinomics” haben die Autoren Tapscott und Williams schon vor einiger Zeit auf dieses Phänomen aufmerksam gemacht.

Auf relativ unkomplizierten Weg kann sich ein Unternehmen über Dienste im Internet (siehe unten) an die nahezu unendlich grosse Gemeinschaft der Wissensarbeiter, Kreativen, Hochbegabten und anderen notorischen Ideenhervorbringer im Internet ankoppeln, um dort mit dem Versprechen einer angemessenen finanziellen Entschädigung zur effektiven Bewältigung der Herausforderung einzuladen.
Den ganzen Beitrag lesen…

Entwicklungen wohin das Auge reicht…

Da hatte ich doch immer gedacht, ich müsste fleissig in die Tasten hauen und meinen Blog mit Leben füllen, mit ernstem Blick einige Beiträge pro Woche schreiben und was stelle ich nun fest? Nach dem ich in den Modus der totalen Faulheit übergegangen bin, zeigen immer mehr Links auf diese Seiten und manche (Sascha Feth in diesem Falle) sind sogar so wild, meinen Feed komplett auf ihrer Startseite einzubinden.

Nun, ich freue mich über die vielen Freunde, welche mich auf meiner Entdeckungsreise zu einem produktiven Leben begleiten und über die geheimnisvollen Wege auf welchen sich Informationen und Gedanken verbreiten. Möge sich der rege Austausch fortsetzen.

Ich habe an anderer Stelle die möglicherweise bevorstehende Weiterentwicklung meines Blog-Untertitels in “Lifehacks für Begabte” bereits angekündigt. Dem ursprünglichen Anliegen werde ich natürlich weiterhin treu bleiben. Es bleibt ein sehr wichtiges Thema, welches alle Bereiche meines eigenen Lebens betrifft, darüber hinaus aber für viele Menschen von grosser Bedeutung ist. Einmal mehr: nicht, weil sie auf der Suche danach wären, sich auf irgendeine Weise über andere zu erheben (so als ob das möglich wäre), sondern um für sich Wege zu einem befriedigenden, produktiven Leben mit erfüllenden Beziehungen zu finden, was für niemanden einfach und für Hochbegabte auf besondere Weisen schwierig sein kann.

“In meinem Leben ist mir nie ein Mensch begegnet, zu dem ich hätte hinauf oder hinab schauen müssen.” Kodo Sawaki Roshi

So wird das Thema lebendig bleiben in diversen Artikeln, wie dem folgenden und in anderen Beiträgen, Seminaren und Beratungsangeboten. Gleichzeitig möchte ich den Fokus etwas weiten und generellere Fragen aufgreifen. Die Sehnsucht nach einem erfüllten, sprich produktiven Leben, der Schmerz über blockierte und unerschlossene Potentiale scheint mir bei manchen Hochbegabten aussergewöhnlich hoch. Ich kenne diese Gefühle aus eigener langjähriger Erfahrung sehr gut, weiss was es heisst, ein bisschen anders zu sein und nicht zu verstehen, wie die Dinge manchmal ziemlich schief laufen können (”Bei dem Potential” höre ich die geselligen Folterknechte im Chor singen). Gleichzeitig scheint mir ein Mangel an Erfüllung, das Gefühl hinter den eigenen Möglichkeiten zurückzubleiben und ein latentes Gefühl der Sinn- und Orientierungslosigkeit auf dem Lebensozean ziemlich weit verbreitet. Die meisten Menschen scheinen allerdings über bessere Strategien zu verfügen (sprich: begabter zu sein), sich mit der Situation zu arrangieren als die intellektuell Hochbegabten.

Es gibt so viele hilfreiche Konzepte, Werkzeuge, Gedanken, Möglichkeiten, sich selbst, das eigene Leben zu verstehen und zu gestalten. Es gibt so viele Wege zu grösserer innerer Freiheit und einer erfüllten Existenz, welche nicht irgendwo fern verborgen liegen, sondern hinter tausend, manchmal schäbigen, manchmal protzigen, manchmal einfachen Türen an welchen wir tagtäglich achtlos vorüber gehen. In grosser Eile, der Blick wechselweise fixiert auf die grossen Versprechungen, welche wir uns selbst bezogen auf unsere Zukunft machen (während wir jene von gestern brechen), manchmal nach innen verloren in die Fragen und Abgründe unserer Existenz, manchmal irrlichternd über die weiten Flächen unseres rastlosen Aktivismus. Häufig kratzen wir nur an der Oberfläche unserer Existenz. Schicken unser Leben, unseren schöpferischen Willen noch einmal auf die Wartebank bis morgen, während wir uns irgendwo irgendwie mit irgendwas über die Gefühle eines unvollständigen und halben Lebens hinweg zu trösten versuchen.

Vielleicht glauben wir, Produktivität habe nur mit Mehrwert, äusserem Erfolg, Anerkennung, Wettbewerbsfähigkeit, Work-Life-Balance oder sonst irgendwelchen “um-zu-Modellen” der Lebensgestaltung zu tun. Vielleicht glauben wir, wir könnten ohne “Produktivität” auskommen, wenn wir nur das nötige Kleingeld in der Tasche hätten oder ein florierendes Unternehmen, welches uns, so unsere Hoffnung, erlauben würde ein von finanziellen Sorgen befreites Leben zu führen. Und vielleicht irren wir uns genau in diesem Punkt. Vielleicht gibt es kein brauchbares, sprich erträgliches Entkommen vor der Forderung des Lebens an uns, unser Bestes ins Spiel zu bringen.

Ich jedenfalls möchte in Zukunft mehr und mehr diesen Fragen nachgehen und freue mich, wenn Sie Lust haben, mich auf meinen Entdeckungs- und Fragereisen weiterhin zu begleiten. Ich habe mein Wissen, meine persönliche Erfahrung, meine Fragen, meine “Erkenntnisse” immer ein bisschen im Hintergrund gehalten. Die Zeit scheint fast reif, die süssen und die sauren Äpfel zu pflücken, leckere Kuchen damit zu backen und sie meinen Freunden anzubieten.

Aber vielleicht dann doch in einem Geschwister-Blog. Wenn ich mir’s recht überlege möchte ich hier alles beim Alten lassen und einen neuen Blog auf meinen Produktivitätsfaden fädeln. Näheres in gewürzter Kürze…

Gelassene Meisterschaft über die E-Mail-Flut: Xobni

Lange Zeit war ich, auch aufgrund meiner Koketterie mit Linux ein Thunderbird-Verfechter, was die Offline-Bearbeitung von E-Mails anging. Erst in letzter Zeit habe ich mich wieder an Outlook heran gewagt.

Ein geniales Tool, welches das Leben mit dem täglichen E-Mail-Wust erleichtern kann habe ich dieser Tage entdeckt, heute installiert und bin völlig bergeistert. Das ganze ist auch noch kostenlos. Kost nix, taugt nix? Dass ich nicht lache:
Xobni. Bei dem Namen denken sie vielleicht an eine chinesische Großmeisterin im Kungfu vor. Weit gefehlt.

Xobni ist ein Outlook-Plugin, das auf wirklich geniale Weise helfen kann, die tägliche Flut an E-Mails zu meistern. Vorausgesetzt natürlich, man nutzt Outlook. E-Mail-Konversationen, Datei-Anhänge, welche mit bestimmten Kontakten ausgetauscht wurden, Verbindungen zwischen unterschiedlichen Kontakten, Zeiten guter Erreichbarkeit von Kontakten und vieles mehr macht Xnobi in nullkommanix sichtbar.

Darüber hinaus kann man blitzschnell seine Nachrichten durchsuchen und hat zu jeder Zeit unmittelbaren Zugriff auf wichtige Informationen.

Ein kleiner Flash-Film gefällig, um zu sehen, was das Tool kann? Hier geht’s lang: http://www.xobni.com/learnmore/.

Viel Vergnügen beim Entdecken einer einfachen und kostenlosen Möglichkeit, Ihre Produktivität zu steigern.

Einen Monat für einen Roman

Nano participantEs ist wieder so weit. Die NaNoWriMo-Pforten sind zum neunten Mal geöffnet. Der National Novel Writing Month (http://www.nanowrimo.org) ist eine Inititative, welche alle Menschen einlädt, die schon immer mal einen Roman schreiben wollten oder ein angefangenes Werk zu Ende bringen wollten, dies zu tun.

Das Prozedere ist einfach:

1. Auf der Webseite anmelden. Seit dem 1. Oktober kann man sich registrieren.
2. Im Zeitraum vom 1. - 30. November mindestens 50.000 Worte eines Romans hervorbringen.

Die Idee ist nicht, ein perfektes, völlig ausgefeiltes, stilistisch rundes und handlungskonsistentes Werk zu vollbringen, sondern gerade den inneren Kritiker und den inneren Perfektionisten in ein einmonatiges Schweigeretreat zu verbannen, um sich ganz und gar, dem Akt des Hervorbringens zu widmen.

Das Ziel ist es, bis zum Ende zu gehen und einen ersten Entwurf in diesem Monat möglichst komplett zu machen. Danach bleibt alle Zeit der Welt für die Überarbeitung, den Feinschliff, die Konsolidierung.

Wie klingt das? Interessant? Dann würde ich mich freuen, wenn ich hier einige Mitstreiter finde.

Schöne kleine Reisen in Richtung Erfolg und Erfüllung

Anfang August. Die Zeit, wo wir und viele andere in alle Richtungen davon ziehen, auf der Suche nach Erholung und Erneuerung. Kleine Reisen, die auch Strapazen mit sich bringen und auch darin liegt manchmal ihr Wert: Sie machen Freude auf die Rückkehr in den Alltag und die gewohnte Umgebung.

Meine Frau ist eine Reisende in den Weiten des Worlwideweb. Eine Jägerin von zu Hause aus, das ist heute möglich, die immer wieder erstaunliche Beute jagt und mir grosszügig zur Verfügung stellt. Einen Teil dieser Beute möchte ich heute mit Ihnen teilen.

Vielleicht kennen Sie NLP. Vielleicht haben Sie etwas von Hypnotherapie und Trance gehört. Vielleicht kennen Sie Richard Bandler, eine wahrlich beeindruckende und schillernde Figur, der das NLP mit entwickelt hat. Auf seiner Seite (http://www.richardbandler.tv) bietet er vier Reisen an, die Sie unternehmen können ohne Ihr Büro oder Ihren Arbeitsplatz zu verlassen. Vier schöne kleine Reisen in Richtung Erfolg und Erfüllung.

Sorgen Se einfach dafür, dass Sie ungestört bleiben, schliessen die Augen oder was auch immer und unternehmen Sie ein paar Reisen, die Ihr Bewusstsein an Glück und Erfüllung ausrichten und neue Erfahrungen ermöglichen. Völlig ungefährlich und nachhaltig. Eine schöne Kombination, wie ich finde.

Innere und äussere Kämpfe beilegen

Kennen Sie das? Sie wollen etwas erreichen, strengen sich an, verausgaben sich, gehen bis an Ihre Grenze und scheitern? Vielleicht haben Sie schon alles versucht, was in Ihrer Macht steht: sie haben sich weitere Fähigkeiten angeeignet, sich Unterstützung durch Kollegen und Partner gesichert, Ihre Strategie optimiert und dennoch machen Sie keine sichtbaren Fortschritte.

In solchen Momenten ist es manchmal hilfreich und nützlich, die Ebene der Intervention zu wechseln. Mir scheint, dass wir alle wichtigen Ziele in unserem Leben, sei es im Beruf oder im Privatleben, erreichen können, ohne uns hierfür verausgaben zu müssen. Wo Kampf ist, ist die Niederlage nicht weit. Was wir durch Kampf errungen haben ist zudem immer gefährdet und gerne mit einem bitteren Beigeschmack behaftet. Darüberhinaus kommt einem bei all dem Kämpfen gerne die Leichtigkeit abhanden.

Es scheint allzu oft, als kämpften wir gegen irgendetwas da draussen: die Umstände, die Mitbewerber, die Kunden und Kollegen, unsere Unfähigkeit, unsere Unentschlossenheit, unsere Not. Doch genauso oft trügt dieser Schein. In vielen, wenn nicht den meisten Kämpfen, die wir uns in unserem Alltag gönnen kämpfen wir nicht gegen irgendetwas da draussen, sondern wir sind nur Marionetten in einem inneren Theater der Vergangenheit.

Innere Kritiker sprechen zu uns, oft ohne dass wir es bemerken: “Das kannst Du nicht!”, “Das braucht keiner!”, “Das machen andere schon und zwar viel besser!”, “Das glaubt Dir sowieso keiner!”, “Das wirst Du nie schaffen!”, “Wenn Du so weiter machst, dann wird nie etwas aus Dir!” etc.pp.

Innere Antreiber stehen mit der Peitsche neben uns: “Du musst Dich mehr anstrengen!”, “Wenn Du nicht das und das tust, dann wird es böse mit Dir enden!”, “Gib alles und besser noch ein bisschen mehr, sonst…”

Es gibt die inneren Zweifler, Saboteure, Erniedriger, Überflieger, Götter, Teufel, Intriganten und Betrüger. All diese Stimmen in uns führen ihre Kämpfe und liefern sich Scharmützel. Aber sie begnügen sich nicht damit. Sie wollen, dass diese Scharmützel auch äusserlich wirken, um der inneren Kommunikation Kraft, Würze und Standing zu verleihen. Denn wie glaubwürdig ist ein innerer Kritiker, wenn äusserlicher Erfolg ganz entspannt möglich ist? Wie viel Kraft hat ein innerer Antreiber, wenn die schönsten äusseren Ergebnisse mit grosser Gelassenheit und Souveränität erreicht werden?

Wir können uns noch so sehr auf den operativen und strategischen Ebenen abstrampeln. Wenn wir nicht in unserem Innern aufräumen, dann bleiben wir nur im Kämpfen und machen uns zum Spielball von Dynamiken, die häufig äusserst wenig mit unseren eigenen, tiefen Interessen und Bedürfnissen gemein haben.

Was liegt näher, als der Versuch, diese inneren Quertreiber unter Kontrolle bringen zu wollen. Das legt jedenfalls der innere Antreiber nahe. Das Bestreben allein, den inneren Dialog der einzelnen Partner zu steuern, inhaltlich zu verändern oder bestimmte Akteure aus der eigenen Innenwelt komplett zu verbannen bringt allzu häufig einfach einen neuen Kampf auf einer anderen Ebene hervor. Eine Lösung liegt dort selten.

Allerdings gibt es eine schöne Methode aus dem NLP, um mit diesen Phänomenen umzugehen. Im NLP spricht man von den Submodalitäten. Sie können aufmerksam auf Ihren inneren Dialog achten und herausfinden, von wo aus eine innere Stimme spricht (vorne, hinten, seitlich, oben, unten), in welcher Stimmlage (hoch, mittel, tief), welcher Lautstärke (laut, leise), mit welcher Qualität (fragend, befehlend), aus welche Entfernung (nah, fern), Geschlecht (Mann, Frau), Sprechgeschwindigkeit (schnell, langsam).

Wenn Sie eine tolle Projektidee haben, die ziemlich gewagt und ziemlich gross angelegt ist und Sie einen inneren Kritiker haben, der alle Ihre Bestrebungen mit grosser Ausdauer und Konsequenz sabotiert, dann kann es sein, dass diese Stimme von einer Frau repräsentiert wird, die rechts von Ihnen, in fünf Meter Entfernung steht, mit kaltem Blick auf Sie nieder blickt und Ihnen mit ebenso kaltem, emotionslosem und schneidendem Ton schnell entgegen zischt: “Das kannst Du sowieso nicht. Du bist und bleibst ein Versager.” Es kann auch sein, dass Sie eine Person aus Ihrer Vergangenheit ganz eindeutig mit diesem inneren Kritiker identifizieren können.

In einem ersten Schritt können Sie sich jetzt fragen, wie ein inhaltlich hilfreiche Aussage lauten könnte. Zum Beispiel: “Das ist eine gute Idee. Ich finde es mutig, dass Du Dich solch einer Herausforderung stellst. Was könnte der nächste konkrete Schritt sein, um Deinem Ziel ein kleines bisschen näher zu kommen? Was glaubst Du, brauchst Du noch, damit Du umsetzen kannst, was Du Dir da vorgenommen hast?” Im zweiten Schritt können Sie die Submodalitäten auf “hilfreich” umstellen: z.B. auf Augenhöhe, gegenüber, eine warme, ermutigende, wohlwollende und entschlossene Stimme, relativ nah, die in entspanntem Tempo spricht.

Welche Submodalitäten eines wohlwollenden, konstruktiven Kritikers für Sie funktionieren, das können Sie nur individuell für sich selbst herausfinden. Vielleicht gibt es auch hier eine Person, die Sie persönlich, aus den Medien, aus einem Buch oder irgendeinem Kontext kennen, welche für Sie einen solchen Unterstützer verkörpert.

Begrüssen Sie diesen neuen Akteur mit Wohlwollen und Dankbarkeit.

Sollten Sie zu der Erkenntnis gelangen, dass Sie den destruktiven Kritiker für Ihre weitere Entwicklung nicht mehr brauchen, dann können Sie sich bei ihm für die lange Treue und das grosse Engagement bedanken und Ihn aus Ihrem Leben entlassen. Versichern Sie ihm, dass Sie einen guten und geeigneten Nachfolger gefunden haben, der in der aktuellen Situation besser geeignet ist, Ihre Entwicklung zu begleiten und zu unterstützen.

So können Sie mit all Ihren inneren Bremsklötzen und Nahkämpfern umgehen. Nach und nach stellen Sie so ein inneres Team zusammen, das Sie bestmöglich unterstützt. Sollte sich einer der alten Gefährten wieder aufdrängen wollen, dann bedanken Sie sich dafür, dass er sich so rührend um Ihr Wohlergehen sorgt, versichern Sie ihm, dass es jetzt ohne ihn geht und verabschieden Sie ihn erneut.

Jack of all trades

Wie schön, wie schön. Ich kämpfe nun schon ein halbes Leben mit der Tatsache, dass ich mich nicht auf eine einzige Sache konzentrieren kann. Sobald ich das versuche lande ich in Teufelsküche. Der Standardspruch der Eltern und Grosseltern lautet: “Junge, Du musst Dich auf eine Sache konzentrieren, sonst wird nichts aus Dir.”

Wenn Sie sich in der Welt des Marketings für Selbständige, Freiberufler und Unternehmer umschauen, dann treffen Sie an allen Ecken und Enden auf Hinweise, welche Ihnen nahelegen, sich auf ein einziges Thema, ein einzige Problemlösung, eine Kundengruppe etc. pp. zu konzentrieren. Wolfgang Mewes hat dieses Vorgehen mit seiner Engpass konzentrierten Strategie (EKS) in Stein gemeisselt. Konzentriere Dich oder stirb. Alle beten es nach.

Fast alle. Doch nicht alle sind Engpass hypnotisiert, zum Glück. Es gibt eine kleine, intime Gruppe von Überlebenden, die dem Solo-Spezialistentum generelles Spezialistentum und spezielles Generalistentum entgegen halten. Alan Weiss, der wilde Berater und Speaker, der seiner Gilde beibringt, wie man nicht nur effektiv beraten, sondern auch gutes Geld dabei verdienen kann (weil man dem Kunden maximalen Nutzen bringt), erklärt frech: “Specialize and die”. Das tut gut. Das entspannt.

“Verteile Dich in alle Winde und werde glücklich dabei”, so lese ich das, wenn ich mich entspannen will. Bei einem InfoMarkt des Cyberforums (eine jämmerliche Webseite für einen IT-lastigen Verein) in Karsruhe habe ich vor einer Weile ein paar kluge Herren gefragt, was sie von der Idee halten, mehrere Unternehmen parallel zu entwickeln. Ihre Antwort entsprach dem, was man allgemein wohl erwartet: es ist schon schwierig genug, ein Unternehmen aufzubauen. Man muss sich konzentrieren, wenn man erfolgreich sein will.

Was soll ich sagen? Mainstream Blabla. Gut ist, was funktioniert. Wenn Sie am besten vorwärts kommen, wenn Sie zehn grosse Projekte parallel verfolgen, dann bewegen Sie sich doch am besten auf diese Weise und hören Sie auf nach brauchbaren Vorbildern zu suchen. Glauben Sie mir: es gibt nicht so viele, die offen dazu stehen würden. Einen kenne ich aus dem Internet, Bill Gross von Idealab. Er zündet eine Wunderkerze nach der anderen an, gerne auch einige en parallel.

Heute habe ich mir mal die Mühe gemacht bei Wikipedia nachzuschlagen, ob es wohl etwas Schlaues zum Thema “Hans Dampf in allen Gassen” gibt. Und siehe da: wunderbar. Vor allem diese Passage finde ich erfreulich:

In englischsprachigen Ländern ist der Jack of all trades das Pendant zum Hansdampf in allen Gassen. Will man ihn heutzutage jedoch negativ darstellen, erweitert man den Begriff einfach auf seine alte Form: Jack of all trades – and master of none. (Zu beachten ist dabei allerdings, dass das vollständige Zitat Jack of all trades and master of none, though oft-times better than master of one lauten würde, was wiederum die ursprünglich positive Intention dieser Aussage erkennen lässt.)

Leider ist man immer genötigt auf Menschen, wie Goethe oder Leonardo da Vinci zurückzugreifen, wenn man erfolgreiche Generalisten oder besser vielseitig begabte Hochproduktive anführen möchte, die in ihrem Leben auch noch brauchbar auf ihre Kosten gekommen sind. Aber am Ende muss man aufhören, sich in kleine praktische Kisten zu packen und sich in einer Normalität einzurichten, die nicht die eigene ist.

Wenn Sie die Wahl zwischen dem Vorwurf der Arroganz, Überheblichkeit und jener der Selbstzerstörung haben, wofür entscheiden Sie sich? Wo wir schon mal dabei sind. Hier noch eine schöne Passage von Nelson Mandela

“Unsere tiefgreifendste Angst ist es nicht, dass wir ungenügend sind. Unsere tiefgreifendste Angst ist, über dass Messbare kraftvoll zu sein. Es ist unser Licht, Nelson Mandela...nicht unsere Dunkelheit, die uns am meisten Angst macht. Wir fragen uns, wer bin ich, mich brilliant, grossartig, talentiert, phantastisch zu nennen? Aber wer bist Du, Dich nicht so zu nennen? Du bist ein Kind Gottes. Dich selbst klein zu halten, dient nicht der Welt. Es ist nichts Erleuchtetes daran, sich so klein zu machen, dass andere um Dich herum sich nicht unsicher fühlen. Wir sind alle bestimmt, zu leuchten, wie es Kinder tun. Wir sind geboren worden, um den Glanz Gottes, der in uns ist, zu manifestieren. Er ist nicht nur in einigen von uns, er ist in jedem einzelnen. Und wenn wir unser eigenes Licht erscheinen lassen, geben wir unbewusst anderen Menschen die Erlaubnis, dasselbe zu tun. Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind, befreit unsere Gegenwart automatisch andere.”
Marianne Williamson, from “A Return to Love” Zitiert von Nelson Mandela, Antrittsrede Präsidentenamt, 1994

Alle Wahlverwandten, die uns helfen, uns selbst voll zu entwickeln, nicht nur in unserem Interesse, im Interesse der Welt auch, sind gut. Goethe, Picasso, Edison und da Vinci waren auch nur Menschen.Und Sie wissen ja: wer sein Potenzial nicht entwickelt bestiehlt die Welt.

Einen unbesehenen Link noch zum Ausklang: “Hans Dampf in allen Gassen“, von Heinrich Zschokke. Ich will noch ein paar Projekte vorwärts bringen, bevor ich mich dieser Lektüre zuwende.

Martin Wedgwood

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