Archiv der Kategorie ‘Unternehmensführung‘

 
 

Kreative Hochleister? Was zur Hölle?

Sir Richard Branson“Business heisst für mich nicht Anzüge tragen oder die Aktionäre zufrieden zu stellen. Es geht darum, sich selbst und seinen Ideen treu zu bleiben und das Wesentliche im Auge zu behalten.” Richard Branson 

Die Ausrichtung meines Blogs und meines Beratungs- und Trainingsangebots hat sich nur zart verändert. Wo es eben noch um Hochkreative und Hochbegabte ging, ist eine neue Note hinzu gekommen: Hochleistung.

Eigenschaften kreativer Hochleister
Auf meiner Webseite habe ich versucht, einige Kriterien zu formulieren, welche kreative Hochleisterinnen und Hochleister meiner Meinung nach ausmachen.

  • Überdurchschnittlich zielstrebig.
  • Große Energie und Umsetzungsgeschwindigkeit.
  • Ausgeprägte Initiative.
  • Hohe Kreativität.
  • Vielseitig interessiert und begabt.
  • Hohes Leistungs- und Erfolgspotential.

Ergänzt habe ich diese erstaunlichen Fähigkeiten mit Eigenschaften, welche manchmal von den kreativen Hochleistern oder aber von ihrem Umfeld als belastend erlebt werden:

  • Vernachlässigen häufig Privatleben und Außerberufliches.
  • Vernachlässigen körperliche Bedürfnisse und Erholung.
  • Fühlen sich häufig getrieben und innerlich unruhig.
  • Verzetteln sich in vielen Projekten und Rollen parallel.

Mein Interesse ist es, in der nächsten Zeit Menschen vorzustellen, welche die positiven Eigenschaften auf sich vereinen und ein brauchbares Arrangement mit den persönlichen Herausforderungen gefunden haben.

Und vielleicht ist es ein gewagter Versuch, gerade jene als Gruppe fassen zu wollen, welche sich durch hohen Individualismus auszeichnen. Und gleichzeitig haben angesehene Forscher, wie Mihaly Csikszentmihalyi und Howard Gardner einen grossen Teil ihrer Energie darauf verwandt gerade das zu tun. Zum einen, um das Phänomen “Kreativität” und Kreative zu beleuchten. Zum anderen, um Wege und Best-Practices wie das Flow-Konzept abzuleiten, welche die Wahrscheinlichkeit eines befriedigenden und produktiven Lebens für Jedermann brauchbar erhöht.

Lassen Sie uns beginnen.
Richard Branson ist kein unumstrittener Mensch. Ein Marketing-Guru sagen einige, ein gefährlicher Geschäftspartner andere. Viele Unternehmen finden sich in der Virgin Gruppe, von denen einige hochprofitabel sind, andere eher Auswüchsen eines Unternehmerlabors gleich kommen.

Sei’s drum: kreative Hochleister polarisieren und stellen den Status Quo in Frage. Die hocherfolgreichen finden sich gerne im Kreuzfeuer der öffentlichen Kritik, zumal in turbulenten Zeiten.
Wie heisst es so schön bei Albert Einstein:

“Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.”

Hier ein nettes Interview mit dem wilden Virgin Ritter bei TED. Ach, und wie organisieren Sie Ihre besten Ideen in Richtung Erfolg und Produktivität?

credentials: Richard Branson photograph - courtesy of en.wikipedia.org

Kreativität. Ein wildes Biest, das gezähmt werden will.

Pablo Picasso 1962Sind Sie ein hochkreativer Mensch? Dann dürfen Sie sich glücklich schätzen.Kreativität ist eine wunderbare Kraft. Sie ist Ursprung genialer Erfindungen, erstaunlicher künstlerischer Leistungen, beeindruckender Unternehmen, manchmal Motor, manchmal Gefährt für Fortschritt und Entwicklung auf allen Ebenen.

Ausgestattet mit großer Gestaltungskraft kann es für den kreativen Menschen allerdings zu einer außerordentlichen Herausforderung werden, diese Kraft auf produktive Weise zu nutzen. Die Kreativität interessiert sich kaum für die Frage, ob wir über geeignete Werkzeuge verfügen und angemessene Bedingungen geschaffen haben, mit deren Hilfe sich diese archaische Kraft auf gesunde und hilfreiche Weise nutzen lässt.

Kreativität kennt nur ein einziges Streben, sich auszudrücken. Dies tut sie vollkommen unabhängig von der Form, der Nachhaltigkeit und den Auswirkungen, welche ungebremstem, unkultiviertem Ausdruck folgen. Kreativität, welche ungebändigt wirkt führt gerne zu einem unproduktiven Lebensstil, zu Verwirrung, Chaos, Problemen und Krisen auf unterschiedlichen Ebenen.

Sie kann am Ursprung von Überforderung, Selbstausbeutung und Depression stehen, wo sie keine produktiven Ausdruckswege findet. Denn dort wo große unerschlossene oder unproduktiv erschlossene Potentiale liegen stellt sich gerne das Gefühl des Versagens ein, welches proportional zur gefühlten Kluft zwischen den geahnten und den realisierten Möglichkeiten steht.

Wenn Sie also ein außerordentlich kreativer Mensch sind, dann ist es für Ihre Gesundheit, Ihre Produktivität und Ihre Gelassenheit sehr wahrscheinlich von großer Bedeutung, dass Sie sich mit den folgenden Themen auf intensive und lösungsorientierte Weise auseinandersetzen:

  • Welchen Rahmen will ich für meinen kreativen Ausdruck schaffen?
  • Welche Struktur will ich für meinen kreativen Ausdruck schaffen?
  • Welche Richtung will ich meiner Kreativität geben?
  • Welchem konkreten Zweck, welchem abstrakten Ziel, welcher Vision möchte ich mit meiner Kreativität dienen?
  • Wie sieht ein gesunder Arbeitsrhythmus aus?
  • Wie kann ich ein gutes Maß zwischen kreativer Aktivität, Routineaufgaben, Erholung und Genußphasen finden?
  • An wen möchte ich mich mit meiner kreativen Kraft wenden?
  • Wem will ich dienen?
  • Für wen will ich wirken?
  • Wieviel Ausdruckskraft, Abstraktion, Komplexität und Assoziationsdichte sind für diese Adressaten zumutbar?
  • Welche Medien will ich nutzen?
  • In welchen konkreten Formen will ich meine kreative Kraft giessen?

Antworten auf diese Fragen, auch wenn sie nur vorübergehender Natur sein mögen stellen einen weiteren wichtigen Schritt dar, große, z.T. widerstrebende Kräfte zu integrieren. Sie leisten somit einen Beitrag dazu, hohe Produktivität, Kreativität und einen gelassenen Lebensstil in Einklang zu bringen.

Und was ist mit beruflichem Erfolg fragen Sie sich? Dazu möchte ich gerne meine Freundin und Kollegin Christa Kolodej, Koryphäe für das Thema Mobbing, aus Wien zitieren:

“Ich habe immer nur das getan, was mich interessiert und was mir Freude macht. Die unternehmerische Entwicklung folgte dabei ganz automatisch.”

Bildquelle: Pablo Picasso, Wikipedia

Auf der Suche nach Antworten und Ideen zu fummeligen Fragen?

Haben Sie in Ihrem Unternehmen Problemstellungen im Bereich “Forschung und Entwicklung” oder andere knifflige Fragen, welche mit den Inhouse-Mitteln nicht beantwortet werden können? Dann könnte es sich lohnen, sich mit dem OpenInnovation-Konzept vertraut zu machen. In ihrem Buch “Wikinomics” haben die Autoren Tapscott und Williams schon vor einiger Zeit auf dieses Phänomen aufmerksam gemacht.

Auf relativ unkomplizierten Weg kann sich ein Unternehmen über Dienste im Internet (siehe unten) an die nahezu unendlich grosse Gemeinschaft der Wissensarbeiter, Kreativen, Hochbegabten und anderen notorischen Ideenhervorbringer im Internet ankoppeln, um dort mit dem Versprechen einer angemessenen finanziellen Entschädigung zur effektiven Bewältigung der Herausforderung einzuladen.
Den ganzen Beitrag lesen…

Innere und äussere Kämpfe beilegen

Kennen Sie das? Sie wollen etwas erreichen, strengen sich an, verausgaben sich, gehen bis an Ihre Grenze und scheitern? Vielleicht haben Sie schon alles versucht, was in Ihrer Macht steht: sie haben sich weitere Fähigkeiten angeeignet, sich Unterstützung durch Kollegen und Partner gesichert, Ihre Strategie optimiert und dennoch machen Sie keine sichtbaren Fortschritte.

In solchen Momenten ist es manchmal hilfreich und nützlich, die Ebene der Intervention zu wechseln. Mir scheint, dass wir alle wichtigen Ziele in unserem Leben, sei es im Beruf oder im Privatleben, erreichen können, ohne uns hierfür verausgaben zu müssen. Wo Kampf ist, ist die Niederlage nicht weit. Was wir durch Kampf errungen haben ist zudem immer gefährdet und gerne mit einem bitteren Beigeschmack behaftet. Darüberhinaus kommt einem bei all dem Kämpfen gerne die Leichtigkeit abhanden.

Es scheint allzu oft, als kämpften wir gegen irgendetwas da draussen: die Umstände, die Mitbewerber, die Kunden und Kollegen, unsere Unfähigkeit, unsere Unentschlossenheit, unsere Not. Doch genauso oft trügt dieser Schein. In vielen, wenn nicht den meisten Kämpfen, die wir uns in unserem Alltag gönnen kämpfen wir nicht gegen irgendetwas da draussen, sondern wir sind nur Marionetten in einem inneren Theater der Vergangenheit.

Innere Kritiker sprechen zu uns, oft ohne dass wir es bemerken: “Das kannst Du nicht!”, “Das braucht keiner!”, “Das machen andere schon und zwar viel besser!”, “Das glaubt Dir sowieso keiner!”, “Das wirst Du nie schaffen!”, “Wenn Du so weiter machst, dann wird nie etwas aus Dir!” etc.pp.

Innere Antreiber stehen mit der Peitsche neben uns: “Du musst Dich mehr anstrengen!”, “Wenn Du nicht das und das tust, dann wird es böse mit Dir enden!”, “Gib alles und besser noch ein bisschen mehr, sonst…”

Es gibt die inneren Zweifler, Saboteure, Erniedriger, Überflieger, Götter, Teufel, Intriganten und Betrüger. All diese Stimmen in uns führen ihre Kämpfe und liefern sich Scharmützel. Aber sie begnügen sich nicht damit. Sie wollen, dass diese Scharmützel auch äusserlich wirken, um der inneren Kommunikation Kraft, Würze und Standing zu verleihen. Denn wie glaubwürdig ist ein innerer Kritiker, wenn äusserlicher Erfolg ganz entspannt möglich ist? Wie viel Kraft hat ein innerer Antreiber, wenn die schönsten äusseren Ergebnisse mit grosser Gelassenheit und Souveränität erreicht werden?

Wir können uns noch so sehr auf den operativen und strategischen Ebenen abstrampeln. Wenn wir nicht in unserem Innern aufräumen, dann bleiben wir nur im Kämpfen und machen uns zum Spielball von Dynamiken, die häufig äusserst wenig mit unseren eigenen, tiefen Interessen und Bedürfnissen gemein haben.

Was liegt näher, als der Versuch, diese inneren Quertreiber unter Kontrolle bringen zu wollen. Das legt jedenfalls der innere Antreiber nahe. Das Bestreben allein, den inneren Dialog der einzelnen Partner zu steuern, inhaltlich zu verändern oder bestimmte Akteure aus der eigenen Innenwelt komplett zu verbannen bringt allzu häufig einfach einen neuen Kampf auf einer anderen Ebene hervor. Eine Lösung liegt dort selten.

Allerdings gibt es eine schöne Methode aus dem NLP, um mit diesen Phänomenen umzugehen. Im NLP spricht man von den Submodalitäten. Sie können aufmerksam auf Ihren inneren Dialog achten und herausfinden, von wo aus eine innere Stimme spricht (vorne, hinten, seitlich, oben, unten), in welcher Stimmlage (hoch, mittel, tief), welcher Lautstärke (laut, leise), mit welcher Qualität (fragend, befehlend), aus welche Entfernung (nah, fern), Geschlecht (Mann, Frau), Sprechgeschwindigkeit (schnell, langsam).

Wenn Sie eine tolle Projektidee haben, die ziemlich gewagt und ziemlich gross angelegt ist und Sie einen inneren Kritiker haben, der alle Ihre Bestrebungen mit grosser Ausdauer und Konsequenz sabotiert, dann kann es sein, dass diese Stimme von einer Frau repräsentiert wird, die rechts von Ihnen, in fünf Meter Entfernung steht, mit kaltem Blick auf Sie nieder blickt und Ihnen mit ebenso kaltem, emotionslosem und schneidendem Ton schnell entgegen zischt: “Das kannst Du sowieso nicht. Du bist und bleibst ein Versager.” Es kann auch sein, dass Sie eine Person aus Ihrer Vergangenheit ganz eindeutig mit diesem inneren Kritiker identifizieren können.

In einem ersten Schritt können Sie sich jetzt fragen, wie ein inhaltlich hilfreiche Aussage lauten könnte. Zum Beispiel: “Das ist eine gute Idee. Ich finde es mutig, dass Du Dich solch einer Herausforderung stellst. Was könnte der nächste konkrete Schritt sein, um Deinem Ziel ein kleines bisschen näher zu kommen? Was glaubst Du, brauchst Du noch, damit Du umsetzen kannst, was Du Dir da vorgenommen hast?” Im zweiten Schritt können Sie die Submodalitäten auf “hilfreich” umstellen: z.B. auf Augenhöhe, gegenüber, eine warme, ermutigende, wohlwollende und entschlossene Stimme, relativ nah, die in entspanntem Tempo spricht.

Welche Submodalitäten eines wohlwollenden, konstruktiven Kritikers für Sie funktionieren, das können Sie nur individuell für sich selbst herausfinden. Vielleicht gibt es auch hier eine Person, die Sie persönlich, aus den Medien, aus einem Buch oder irgendeinem Kontext kennen, welche für Sie einen solchen Unterstützer verkörpert.

Begrüssen Sie diesen neuen Akteur mit Wohlwollen und Dankbarkeit.

Sollten Sie zu der Erkenntnis gelangen, dass Sie den destruktiven Kritiker für Ihre weitere Entwicklung nicht mehr brauchen, dann können Sie sich bei ihm für die lange Treue und das grosse Engagement bedanken und Ihn aus Ihrem Leben entlassen. Versichern Sie ihm, dass Sie einen guten und geeigneten Nachfolger gefunden haben, der in der aktuellen Situation besser geeignet ist, Ihre Entwicklung zu begleiten und zu unterstützen.

So können Sie mit all Ihren inneren Bremsklötzen und Nahkämpfern umgehen. Nach und nach stellen Sie so ein inneres Team zusammen, das Sie bestmöglich unterstützt. Sollte sich einer der alten Gefährten wieder aufdrängen wollen, dann bedanken Sie sich dafür, dass er sich so rührend um Ihr Wohlergehen sorgt, versichern Sie ihm, dass es jetzt ohne ihn geht und verabschieden Sie ihn erneut.

Hochbegabte sollten Pingpong spielen

Mein treuer Blogleser und -kommentierer, Wernfried Hübschmann vom celas:traineream, meinte Hochbegabte müssten Pingpong spielen. Und führt Herrn Timo Boll ins Feld, welcher wohl Begabungen hat, die man nicht mit komischen Tests in unsympathischen Räumen, schlimmer Prüfungsangst ausgeliefert, herauszufinden braucht, da sie sozusagen ins Auge springen. Als Europameister im Einzel, Doppel und in der Mannschaft kann man wohl von Hochbegabung ausgehen. Man beachte “Doppel” und “Mannschaft”. Manch intellektuell Hochbegabter bekommt angesichts solchen Menschenauflaufs gerne mal eine mittelmässige Krise. Wir können in diesem Fall also von einer Mehrfachbegabung - sozial, taktisch, strategisch und sportlich - ausgehen.

Wikipedia hilft uns auch bezogen auf diese exotische Sportart weiter: “Tischtennis wird oft als die „schnellste Ballsportart der Welt“ bezeichnet.” Das ist doch schon mal etwas. Wie in meinem vorherigen Beitrag aufgezeigt, kann körperliche Bewegung durchaus ihre Vorzüge haben, auch wenn ihr nicht alle Hochbegabten gleiches Interesse entgegenbringen. Der schnellste Ballsport (der bekannten Welt) sollte doch die Schnelldenker hinter dem Computer, Schreibtisch, Elektronenmikroskop, Reagenzglas hervorlocken können. Gefahr, es könnte Langeweile aufkommen scheint bei diesem Sport nicht in Verzug.

Allerdings scheinen wir es bei den Tischtennisspielern mit sehr sorgfältigen Menschen zu tun zu haben, sodass sich nicht alle Hochbegabten gleichermassen angesprochen fühlen dürfen. Das zumindest legt der Umfang des Wikipedia-Beitrags nahe. Also vielleicht nur ein Sport für die prägnanten und weniger für die breit Begabten (um Henning, den Grossen zu zitieren)? Kein Sport für mich? Nun ja, bei Oma im Keller haben wir es immer nur ein halbes Stündchen an der Platte ausgehalten. Sehr zur Sorge meiner Grossmutter, welche befürchtete, dass aus uns nichts werden würde - bei dem mangelnden Durchhaltevermögen…

Was wollte ich noch mal sagen. Ach ja, mal schauen, ob es Leute gibt, welche mit Tischtennisschlägern oder - bällen jonglieren. Um die Brücke zu schlagen sozusagen und auch mir neue, abwechslungsreiche Wege in Richtung “Pingpong” zu bahnen…

Na, wäre doch gelacht. Und weil’s so schön war:

Herzliche Grüsse nach Berlin, lieber Herr Hübschmann und Danke für Inspiration und Ihre Ausdauer im Spiel :-) .

CRM - the web 2.0 way!

Highrise - CRM the usability wayDas wurde aber auch höchste Zeit. Was habe ich schon mit SugarCRM, vTiger, Cobra und dem ganzen webbasierten CRM Gedöhns rumgemacht? Nur um festzustellen, wie überladen diese Tools in ihrer Funktionalität sind. Für so einen kleinen Berater aus dem Südwesten Deutschlands, der in seinem Projektfieber einen annähernden Überblick über seine geschäftlich relevanten Kontakte und Adressen halten möchte völlig überdimensioniert.

Von der Usability ganz zu Schweigen. Das SugarCRM, welches die Inder als vTiger auf den Markt schmissen, mit dem Curry diverser anderer Opensource-Spielereien aufgemöbelt und mit AJAX-Gedöhns Web 2.0-mässig aufgepeppt, gab sich den Anschein, der Traum des Usability-Sehnsüchtigen Internetbenutzers zu sein, entpuppte sich beim Aufwachen dann tatsächlich als Traum.

Doch genug gemeckert: die Heiligen von 37 Signals haben meine Gebete erhört und wahr gemacht wovon zu Träumen ich kaum wagte. Ein webbasiertes, auf Einfachheit konzentriertes Usability-Wunder unter den CRM-Systemen ist auf die Welt gekommen: Highrise. Die 37 Signal Menschen haben einmal mehr das getan, was Sie am besten können: eine benutzerfreundliche Webapplikation zusammengestellt, die die grundlegenden Bedürfnisse bedient und sich gerade darum als ausserordentlcih nützlich erweist.

Genug des Lobes. Wie kriegt man das verdammte Company-Fenster wieder zu? Und überhaupt: wieso macht das Tool nicht was ich will? Nun ja: auch hier gibt es ein bisschen was zu lernen und zu erkunden. Die nächsten Tage sollen Tage der Bewährung werden in denen ich das Tool etwas intensiver unter die Lupe nehme.

Weiteres in englisch gewürzter Kürze.

Das Brangelina Jitt Modell

Es gibt Menschen, die behaupten, es gäbe keinen Zufall und solche, die behaupten es gäbe kein Schicksal. Ich gebe beiden Recht. Neulich war ich in Köln auf der Didacta, einer Messe, welche sich um Bildung und Lernen auf allen Ebenen dreht, als plötzlich meine Handy klingelte. Am Telefon ein Freund, der mich fragt, ob ich eigentlich EKS® kenne?

Na ja, die kannte ich. Herr Mewes hatte die vor einigen Jahrzehnten entwickelt und daraus ein nettes Konzept gebastelt, welches er an willige Unternehmer weiterverkauft. EKS steht für Engpasskonzentrierte Strategie und beschreibt einen Weg, wie geschäftstüchtige Menschen, ihr Unternehmen nachhaltig zum Erfolg führen können.

Nach einigen kommunikativen Nebenpfaden über Hypnose und Autohypnose beendeten wir unser Gespräch. Ich humpelte weiter über die Messe, ich hatte mir tags zuvor meine linke, kleine Zehe böse am selbstgebauten Sofa verstaucht, um wenige Minuten später über den Stand des “Strategie Forums e.V.” zu stolpern. Dieser Verein schafft einen guten, deutschen Rahmen für all die scharf ausgerichteten Unternehmer und Selbständigen, welche sich auf die Verdienste des obengenannten Strategiekonzepts berufen. Zufall? Schicksal?

Ehrlich gesagt war mir das ziemlich egal. Ich freute mich einfach mit einem Spezialisten über das Thema “Strategie” zu fabulieren und wollte wissen, inwieweit er wohl in der Lage sei, mit einem strategischen Wildwuchs wie mir klarzukommen. Ich kann sagen: er schlug sich wacker.

Die Fragen, mit denen ich ihn peinigte, waren die folgenden: “Soll ich mich auf ein bestimmtes Thema ausrichten, um mich damit als Spezialist zu positionieren oder soll ich weiterhin der Hans-Dampf-in-allen-Gassen bleiben, der ich war?” “Soll ich den Quasitod der vermeintlichen Langeweile sterben, indem ich mich entscheide, von all den schönen, interessanten Dingen zu lassen, um mich ganz einer Sache zu widmen? Oder soll ich meine Energie weiterhin in tausend unterschiedliche Richtungen laufen lassen und mich dabei vollkommen aufreiben?”

Kennen Sie solche Situationen? Zu viele Wahlmöglichkeiten? Zu viele Verführungen? Zu viele Pfade, die eventuell ins Glück führen, aber nicht den Mut, einen bis zum Ende zu gehen? Nein? Dann wird Sie der weitere Text vermutlich langweilen. Vielleicht schicken Sie ihn lieber an einen Menschen weiter, der ihn besser gebrauchen kann und nutzen Ihre Zeit anders.

Die Standardanregung eines weniger komplexen Menschen lautet grundsätzlich: “Mach’s doch nicht so kompliziert.” Und ein solcher glaubt tatsächlich, es gäbe triviale Lösungen für ein nicht-triviales Problem. “Weit gefehlt!” kann ich da nur ausrufen und um Ihnen den langen, steinigen Pfad der Erkenntnis ein wenig zu erleichtern, möchte ich gerne meine Gedanken zu diesem Thema mit Ihnen teilen und einen Lösungsansatz vorschlagen, den ich erprobterweise für gangbar halte.

Ein bisschen Theorie, wie Dilemmata auf hohem Niveau zu lösen sind. Ein Dilemma zieht seine ganze Kraft aus einer banalen Grundannahme: “Es gibt ein Problem und für dieses gibt es nur zwei Lösungsalternativen, welche beide gleichsam unerträglich sind.” Dilemmata gibt es in zwei Geschmacksrichtungen:

  1. Das Für-welchen-Partner-soll-ich-mich-entscheiden-Dilemma einer Dreiecksbeziehung: hier geht es um die Wahl zwischen zwei gleich positiven Alternativen. Man verliert immer das andere, ebenso Kostbare.
  2. Das Von-einem-Tiger-gejagt-werden-und-vor-einem-tödlichen-Abhang-stehen- Dilemma: hier geht es um die Wahl zwischen zwei gleich negativen Alternativen. Man kriegt in jedem Fall das, was man nicht will.

Nun zur Lösung: man knackt das Dilemma freundlich mit drei Alternativen zum Entweder-Oder (in Anlehnung an Varga von Kibèd und die buddhistische Logik):

  1. Sowohl als auch: Bigamie bzw. ein bisschen vom Tiger anknabbern lassen und dann in den Abgrund springen.
  2. Keins von Beidem: Ins Kloster gehen bzw. mit dem Tiger kämpfen und ihn in den Abgrund stossen.
  3. All dies nicht und auch das nicht: Gemütlich weiterleben und die anderen die Kinder machen lassen bzw. den Tiger in eine Ameise verwandeln und dann aus dem Alptraum Erwachen.

Die pragmatische Schlussfolgerung: wenn Sie zu den wilden unter den Unternehmern und Führungskräften gehören, dann verwirklichen Sie das Brangelina-Jitt-Modell.

Spezialisieren Sie sich im Beruf, verzetteln Sie sich im Privatleben oder in einer kreativen Aktivität, wie Malen, Schreiben, Musizieren, Theaterspielen und schicken Sie die Vertreter des protestanitischen Kapitalismus der Fuggers, Franklins, Webers und Rockefellers, die das Heil allein in der Arbeit versprechen in die Wüste ihrer eigenen heeren Ideale.

Spezialisieren Sie sich im Beruf auf Teufel komm raus. Und zwar radikal an zwei Dingen orientiert:

  1. Was fällt mir leicht?
  2. Womit verdiene ich gutes Geld?

Mit einer kleinen Ergänzung entsprechend Ihren ethischen Bedürfnissen (Sie haben doch welche, oder?):
Was kann ich mit meinem Gewissen vereinbaren?

Räumen Sie radikal auf mit der calvinistischen Grundhaltung: Du musst Deinen ganzen Sinn, Deine Berufung, Deine Talente, Deine tiefsten Überzeugungen den ganzen Tag leben und damit Dein Geld verdienen. Damit tun Sie nicht nur sich, Ihrer Familie und Ihren Freunden einen Gefallen, Sie ermöglichen all den Menschen die jetzt und in Zukunft ihren Lebenssinn nicht mehr über Arbeit definieren können (weil sie keine finden), sich in guter Gemeinschaft zu fühlen. Darüberhinaus geben Sie sich die Chance, die Welt mit all den anderen Talenten, die sie Ihr eigen nennen zu beglücken.

Man mag über Angelina Jolie und Brad Pitt denken was man will. Aber die Beiden machen das wirklich nett: ein bisschen Schauspielern an der amerikanischen Westküste, ein bisschen in Kameras Lächeln, ein bisschen Teilhabenlassen am Privatleben und auf der anderen Seite viel Zeit, Energie, Ressourcen einsetzen für edle Ziele.

Die alten Griechen wären niemals auf die Idee gekommen, das Wichtigste im Leben sei Arbeit und das völlige Aufgehen im Beruf. Das Leben bestand für Sie darin, seine Fähigkeiten zu entfalten, zu lernen, die Natur des Menschen, des Universums zu ergründen und das alles in einer möglichst angenehmen Atmosphäre. Natürlich: es gab auch Sklaven und andere unerfreuliche Einrichtungen, aber der Mensch entwickelt sich glücklicherweise weiter: heute haben wir Roboter und Vollautomatisierung.

Die Kunst, die Musik, das Theater, die Philosophie, die Literatur, die Wissenschaften, die Religionen wären undenkbar ohne Menschen, die dem reinen Nutzendenken entsagt hätten. Geben Sie Ihrem schwäbischen Herzen einen Ruck. Nehmen Sie sich und Ihre Arbeit nicht so ernst. Denken Sie nicht nur an das, was Sie erreichen wollen, sonden auch daran, welches Leben Sie hier und heute führen wollen. Mit Ihrer Familie, Ihren Freunden, Ihren Mitarbeitern. Denken Sie ein bisschen darüber nach, wie Sie Ihre Energie sinnvoll, im leichten Sinne, einsetzen können, sodass die ganze Welt davon profitieren kann.

Ein Bekannter hat heute zu mir gesagt: “Ich habe keine Möglichkeit, die Menschheitsgeschichte zu beeinflussen.”

Wenn nicht Sie, wer dann?

Stinkender Fisch?

Stinkender Fisch?

Nach dem ich gerade über die Online-Rezensionen auf Amazon geflogen bin, war ich schon fast geneigt, das Buch “FISH!” (Stephen C. Lundin, Harry Paul, John Christensen), ein Buch über Mitarbeitermotivation im Unternehmen, als Bezugspunkt für meine heutigen Ausführungen fallenzulassen. “Natürlich kann der demotivierte Büromensch etwas lernen, wenn er anderen bei der Arbeit zusieht, die mehr Spaß haben, zum Beispiel Fischverkäufern. Aber wer selbst eine Führungsposition bekleidet (wie ich), der weiß auch: Meist stinkt der “Fisch” vom Kopf her, meist sind verkrustete Strukturen in der Hierarchie eine große Bremse.” schreibt da ein Rezensent und merkt gar nicht, dass er nicht die Bohne von dem verstanden hat, wovon das genannte Buch handelt.

1997 habe ich in der Justizvollzugsanstalt Diez die externe Suchtberatungsstelle der Diakonie aufgebaut. Nach und nach hatte ich einen brauchbaren “Kundenstamm” aus einem Pool von 600 Langzeitinhaftierten: sozusagen der Crème de la Crème der rheinland-pfälzischen Kriminalitätselite, denen ich mit meiner Beratung Gutes tun wollte und ab und an wohl auch tat. Ich habe tagtäglich Menschen beraten, die als Abschaum der Gesellschaft angesehen werden (und sich selbst so fühlen), keinerlei Perspektive auf ein angenehmes Leben haben (ausser auf Sonnenauf und -untergang, so Ihr Zellenfenster nicht nach Norden weist) und zum Teil noch fünfzehn Jahre Strafvollzug mit anschliessender zehnjähriger Sicherheitsverwahrung vor sich hatten. Es ist wahrlich bedrückend, sich vorzustellen, dass Menschen, mit denen ich damals arbeitete, heute, zehn Jahre später, gerade mal zwei Drittel ihrer Haftstrafe verbüsst haben.

“Deprimierend”, denken Sie? Genau! Eine weitere deprimierende Geschichte gefällig?

Ich habe hier noch eine ganz alltägliche, wie Sie sie tausendfach hören, lesen, beobachten können: Ein sympathischer, eigentlich witziger und geistreicher Bekannter, macht seit Jahren einen Job, der ihm völlig gegen den Strich geht. Kunden aus der Patsche helfen, permanent auf Anforderungen von aussen reagieren, jedes Bestreben, mitzugestalten im Keim erstickt und das alles zu einem Lohn, den man nicht mal als angemessenes Schmerzensgeld beschreiben darf. Wenig Spielraum, wenig Einflussmöglichkeit und keine Aussicht auf Änderung in Sicht. Opfer der Umstände. Gefangener der Strukturen, Mitmenschen und frag-mich-nicht-was.

Und fühlen sich viele Unternehmer nicht in ähnlicher Situation? Der (Un-)Gunst der Stunde, den Ups und Downs des eigenen Marktwertes ausgeliefert? Eingeklemmt zwischen aufsteigenden Wirtschaftsmächten, wie China, Indien? Erdrückt vom Lohndumping der osteuropäischen Länder?

Wir fühlen uns allzu oft als Opfer misslicher Umstände und gewissermassen ohnmächtig gegenüber dem Lauf der Dinge. Aber sind wir das wirklich? Sind wir Opfer? Sind wir tatsächlich abhängig von unseren aktuellen Möglichkeiten, die Dinge äusserlich zu beeinflussen? Sind wir wirklich Ausgelieferte? Oder sind wir Gestalter unserer Welt?

Der Rezensent von oben kommt mit seiner Aussage allzu schwachbrüstig daher, nicht weil er vollkommen unrecht hätte. Natürlich sind wir bestimmt durch die Umstände. Natürlich leben wir in wechelseitiger Abhängigkeit mit der Welt, die uns umgibt. Aber macht uns das schon zu Opfern? Der Text des Rezensenten ist schwach, weil er den Menschen, die Führungskraft, den Mitarbeiter implizit freispricht von ihrer Verantwortung für ihr Leben und Handeln.

Wie mein Bekannter, wie all jene, welche die Umstände verantwortlich machen und sich und die anderen verführen, Opfer zu sehen, wo wir es mit verantwortlichen Akteuren und Handelnden zu tun haben. Ebenso schwachbrüstig war ich in meiner Knastzeit: das System, die Strukturen, die Umstände, die armen Inhaftierten haben solch ein schreckliches Leben. Ach wäre nur alles anders, dann wäre alles einfach: Pustekuchen!!

Ich bereue heute aufrichtig, dass ich in meiner Arbeit mit den Gefangenen nicht mehr Ausdauer besass, sie zu unterstützen, Ihre Spielräume zu nutzen. Spielräume die sich öffnen können hin zu einem leidenschaftlicheren, leistungsorientierten und leichteren Leben. Es gibt keinerlei Grund, Entschuldigung oder was auch immer, für nicht-genutzte Gelegenheiten und Möglichkeiten. Es gibt keinen Ansatzpunkt, der zu schwach, klein und unbedeutend wäre, als dass er nicht genutzt werden könnte.

Das Buch “FISH!” ist flach wie eine Flunder. Die Story so hahnebüchen konstruiert, dass ich grosse Schwierigkeiten hatte, dranzubleiben und dem Drang, das Medium in den Müll zu befördern, mehrfach widerstehen musste. Das mag an der Übersetzung liegen, aber sehr wahrscheinlich liegt es daran, das die Autoren eine Riesenschnulze um einige Anregungen drapierten, die dann doch ihre Berechtigung haben.

Ich erspare Ihnen eine Wiedergabe der Inhalte. Aber eine dieser Anregungen möchte ich hier noch schnell aufgreifen und ein brauchbares, prägnantes Konzept der Selbststeuerung weitergeben.

“Wähle Deine Einstellung.”

Das klingt wie Achtziger-Jahre-New-Age-Bla-Bla schlechtgekleideter, unglaubwürdiger Motivationsspezialisten. Das klingt nach Dale Carnegie und anderen Vertretern der “Denke-positiv-und-alles-wird-gut”-Fraktion. Doch mitnichten…

Viktor E. Frankl, der Begründer der dritten Wiener Therapieschule (neben Freud und Jung), der Logotherapie, legt in seinem Buch “trotzdem Ja zum Leben sagen. Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager.” Zeugnis von seinem Martyrium im Konzentrationslager “Ausschwitz” ab, wo er seine ganze Familie verlor. In seiner Therapieschule geht es überwiegend um die Frage nach dem Sinn und darum, wie wir in jeder Situation, auf die Frage nach Sinn, die wir nicht dem Leben stellen dürfen, sondern die das Leben uns stellt, antworten können.

Er ging so weit, zu sagen, dass wir, wenn wir schon nicht frei sind, der Folter, inhumaner Behandlung und der Entwürdigung zu entkommen, wir doch die absolute Freiheit behalten, welche Haltung wir gegenüber diesen Geschehnissen und den Menschen, die uns das antun, einnehmen. Was ihn, angesichts des Unfassbaren, davor bewahrt hat, den Verstand und sein Leben zu verlieren, war das unumstössliche Festhalten an seiner eigenen Vision von Menschlichkeit und seinen eigenen Werten. Damit hat er sich im Schlimmsten die letzte, äusserste Freiheit, die dem Menschen zur Verfügung steht, bewahrt.

Um ein weniger drastisches Beispiel anzuführen: in einem Bericht, den ich vor einigen Jahren las, war die Rede von einem Mautkassierer an der Golden Gate Bridge. Der langweiligste Job, den man sich vorstellen kann. Tagein, tagaus, irgendwelche Menschen in irgendwelchen Autos, die ihre Gebühr bezahlen müssen, um auf die andere Seite zu gelangen. Aus die Maus. Nur gab es hier völlig Genervte und Frustrierte, die ihren Job mit absoluter Abscheu und einen, welcher seine Arbeit mit grösster Freude erledigte. Erstere quälten sich durch jeden neuen Arbeitstag, letzterer hatte so viel Spass, wie die Menschen in den Autos, denen er, wenn auch nur kurz, mit Witz, Esprit, Freundlichkeit und Charme begegnete.

Vielleicht klingt das platt. Vielleicht klingt sie nach amerikanischem Zuckerwatte-Geschwätz, diese Behauptung, wir hätten die Wahl bezüglich unserer Einstellung und damit die Macht, Einfluss zu nehmen. Und vielleicht klingt sie vor allem dann platt, wenn wir sie auf die unmittelbare Wirkung hin prüfen. Aber es geht nicht nur um den gegenwärtigen Moment und die Wirkungen, die wir in der Gegenwart hervorbringen. Es geht auch und vor allem darum, welche Wirklichkeit wir mit unserer inneren Haltung, unserem Denken für eine nahe und ferne Zukunft für uns und die anderen schaffen. Von entscheidender Bedeutung ist es, ob wir mit unseren Gedanken und unserem Handeln, auch in schwierigen Situationen, den Samen für zukünftiges Glück, zukünftigen Erfolg, zukünftige Erfüllung und eine gesunde Welt ausbringen oder den Samen der Gleichgültigkeit, der Mutlosigkeit, der Sorge und der Angst.

Egal wie schwierig die Umstände, egal wie eng unser Handlungsspielraum, egal wie gross die Bedrohung durch Mitbewerber, potente Wirtschaftsmächte, egal wie verzweifelt eine Lage: die Wahl der eigenen Haltung, die Freiheit, den eigenen Grundwerten und den eigenen Visionen für das Unternehmen, für das Gemeinwesen, für die Welt in der wir leben, treu zu bleiben, haben wir immer. Und damit haben wir in jeder Situation die Kraft und die Macht, selbstverantwortlich und mutig zu leben.

Stinkender Fisch? Entscheiden Sie selbst.

Martins QuickTipp

Erweiterung des Urgesteins persönlichen Selbstmanagements: “Eisenhower-Prinzip” revisited.

Bitte unterscheiden Sie anstehende Aufgaben, wie gehabt, nach dem Prinzip:

A = Wichtig und Dringend
B = Wichtig
C = Dringend
D = Ablage P oder Papierkorb.

Aber folgen Sie nicht dem weitverbreiteten, eigenartigen Rat der Selbstmanagement-Gurus, C-Prioritäten zu delegieren und sich um A- und B-Prioritäten grundsätzlich selbst zu kümmern. Lassen Sie C-Prioritäten einfach liegen, bis sie sich von alleine erledigen oder sie den Mut finden, diese in die endgültige Ablage zu verschieben.

Prüfen Sie bei allen A- und B-Prioritäten zuallererst: wer kann diese Aufgabe besser erledigen als ich? Wenn Sie herausfinden, dass es so jemanden gibt (im Zweifelsfall auch ein Mitbewerber) oder geben sollte, dann sorgen Sie in guter Weise dafür, dass sich dieser Jemand um die Aufgabe kümmert oder den Auftrag erhält.

Sollten Sie Angst haben, es könnte dabei nicht genug für Ihre Profilierung, Ihr Einkommen, Ihre Positionierung, Ihr Glück übrig bleiben, dann sollten Sie mich dringend besuchen. Denn dann wissen Sie entweder noch nicht, wo Ihre wahren Stärken liegen und wie Sie diese im Sinne dessen einsetzen können, was Ihnen wesentlich wichtig ist. Oder Sie schaffen sich nicht die Bedingungen und Umstände, die Ihnen erlauben, Ihre Fähigkeiten bestmöglich einzusetzen.

Glauben Sie mir: dies ist der Schlüssel zu einem nachhaltig entspannten und erfüllten Leben.

Martin Wedgwood

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