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Kreative Hochleister? Was zur Hölle?

Sir Richard Branson“Business heisst für mich nicht Anzüge tragen oder die Aktionäre zufrieden zu stellen. Es geht darum, sich selbst und seinen Ideen treu zu bleiben und das Wesentliche im Auge zu behalten.” Richard Branson 

Die Ausrichtung meines Blogs und meines Beratungs- und Trainingsangebots hat sich nur zart verändert. Wo es eben noch um Hochkreative und Hochbegabte ging, ist eine neue Note hinzu gekommen: Hochleistung.

Eigenschaften kreativer Hochleister
Auf meiner Webseite habe ich versucht, einige Kriterien zu formulieren, welche kreative Hochleisterinnen und Hochleister meiner Meinung nach ausmachen.

  • Überdurchschnittlich zielstrebig.
  • Große Energie und Umsetzungsgeschwindigkeit.
  • Ausgeprägte Initiative.
  • Hohe Kreativität.
  • Vielseitig interessiert und begabt.
  • Hohes Leistungs- und Erfolgspotential.

Ergänzt habe ich diese erstaunlichen Fähigkeiten mit Eigenschaften, welche manchmal von den kreativen Hochleistern oder aber von ihrem Umfeld als belastend erlebt werden:

  • Vernachlässigen häufig Privatleben und Außerberufliches.
  • Vernachlässigen körperliche Bedürfnisse und Erholung.
  • Fühlen sich häufig getrieben und innerlich unruhig.
  • Verzetteln sich in vielen Projekten und Rollen parallel.

Mein Interesse ist es, in der nächsten Zeit Menschen vorzustellen, welche die positiven Eigenschaften auf sich vereinen und ein brauchbares Arrangement mit den persönlichen Herausforderungen gefunden haben.

Und vielleicht ist es ein gewagter Versuch, gerade jene als Gruppe fassen zu wollen, welche sich durch hohen Individualismus auszeichnen. Und gleichzeitig haben angesehene Forscher, wie Mihaly Csikszentmihalyi und Howard Gardner einen grossen Teil ihrer Energie darauf verwandt gerade das zu tun. Zum einen, um das Phänomen “Kreativität” und Kreative zu beleuchten. Zum anderen, um Wege und Best-Practices wie das Flow-Konzept abzuleiten, welche die Wahrscheinlichkeit eines befriedigenden und produktiven Lebens für Jedermann brauchbar erhöht.

Lassen Sie uns beginnen.
Richard Branson ist kein unumstrittener Mensch. Ein Marketing-Guru sagen einige, ein gefährlicher Geschäftspartner andere. Viele Unternehmen finden sich in der Virgin Gruppe, von denen einige hochprofitabel sind, andere eher Auswüchsen eines Unternehmerlabors gleich kommen.

Sei’s drum: kreative Hochleister polarisieren und stellen den Status Quo in Frage. Die hocherfolgreichen finden sich gerne im Kreuzfeuer der öffentlichen Kritik, zumal in turbulenten Zeiten.
Wie heisst es so schön bei Albert Einstein:

“Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.”

Hier ein nettes Interview mit dem wilden Virgin Ritter bei TED. Ach, und wie organisieren Sie Ihre besten Ideen in Richtung Erfolg und Produktivität?

credentials: Richard Branson photograph - courtesy of en.wikipedia.org

“Schwarz” ist die neue Mode. Welche Farbe geben Sie Ihrer Wirklichkeit heute?

Die Wirkmechanismen der Weltwirtschaft sind eine komplexe Angelegenheit. Folgte ich den täglichen Schreckensnachrichten mit der gleichen Intensität, welche die Berichterstattung ausmacht, dann verstünde ich mittlerweile vielleicht mehr davon. Wahrscheinlicher aber würde ich in der gleichen Ohnmacht versinken, welche in den ängstlich aufgescheuchten Stimmen der Moderatoren und Welteinschätzer fleissig mitschwingt.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Experten auf dem weiten Feld des Wirtschaftens, ob irgendjemand der Komplexität des Geschehens wirklich gewachsen ist. Und es ist lustig zu beobachten, wie die Kommentatoren, Journalisten und Fachleute immer irgendwo zwischen imaginierter Einflußmöglichkeit und totaler Ohnmacht navigieren. Es will mir scheinen als wüßte niemand so richtig, was ihm geschieht und was er selbst verursacht.

Mit den Unkenrufen einer heraufziehenden Rezession, welche einen deutlichen Fokus für die Kanalisierung jeglicher Energie und kreativer Impulse in Richtung totale Ergebenheit gegenüber dem vorläufigen Untergang schafft, schrauben sich die Gestalter und Lenker der Meinungen und Einschätzungen immer tiefer in einen beeindruckenden Abwärtstaumel.

Womit haben wir es hier zu tun? Von außen betrachtet wie immer mit einer Wirklichkeitsgestaltung durch kollektiv geteilte und bevorzugte Geschichten und Mythen. Es wird so getan als wäre die Wirklichkeit Gegenstand der Beobachtung und der Bedrohung, während es doch nur die ängstlichen Phantasien kreativ hochbegabter Schwarzmaler sind, welche ihre Wirkung wie zu allen Zeiten kaum verfehlen.

Waren sie eben noch Leuchttürme im komplexen Geschehen, welche erhaben über die Ebenen des Mittelmaßes hinausragten, fallen sie nun vor die Klippen ihrer eigenen Untergangsphantasien und werden so zu einem dunklen Fels in nächtlicher Brandung, an welchem die Boote der Massen Schiffbruch erleiden.

Während meiner Hypnotherapie-Ausbildung in Italien im Sommer war die Rede von einem durch Studien belegten Phänomen: Krankheitsverläufe sind extrem stark daran gekoppelt, wie wir erste auftretende Symptome interpretieren. Wenn der Hals weh tut und wir nehmen das als erstes Anzeichen einer Grippeerkrankung, dann werden wir sehr wahrscheinlich eine Grippe bekommen. Während die Symptome häufig schnell wieder abklingen, wenn wir sie als kurze Episode verstehen.

Die Symptome winken gerne mal um die Ecke und laden uns ein, ein Päuschen zu machen. An uns, uns zu entscheiden, ob wir uns ein bisschen Entspannung mit oder ohne unangenehme körperliche Beschwerden gönnen wollen.

Und vielleicht ist die mit Hypothesen, Interpretationen und Emotionen hoch aufgeladene Berichterstattung tatsächlich die Vorbotin und Begleiterin eines Alptraums. Wir können die Zustände mithilfe unserer kommunikativen Möglichkeiten immer weiter zuspitzen, um unter dem Druck des vermeintlich Unausweichlichen, um unter bedrohlich erscheinenden Bedingungen manches neu ordnen. Vielleicht können wir die Einladung aber anders annehmen, ein Schrittchen zurücktreten und uns entscheiden, auf entspannte und intelligente Weise in Ruhe zu reflektieren, um von dort aus neue Wege zu wagen.

Die meisten Menschen und Unternehmen warten allerdings gerne den Moment des bevorstehenden Untergangs ab, wählen also die erste Option, bevor sie beginnen, sich ernsthaft und effektiv mit ihrer Lage auseinanderzusetzen. Fragen Sie sich wieso? Nun, das mag Sie verwirren, aber ich denke das geschieht nur aus purem Glücksstreben. Stephan Lermer bringt dieses Streben nach Glück in seiner Umkehrung genial auf den Punkt:

“Nicht Unglück, sondern Langeweile ist das Gegenteil von Glück.”

Wir erschaffen die Realität in der wir leben. Die Krisen und Probleme sind nur der Ausdruck unserer unablässigen Sehnsucht nach Lebendigkeit, Lernen und Intensität, kurz Flucht vor der Langeweile und Streben nach Glück. Und während wir durch’s Leben straucheln von Problem zu Problem, während wir auf der Konjunkturentwicklung Achterbahn fahren, das Kribbeln im Bauch geniessend, gleich dem Roulette-Spieler, der sich nur noch am Kitzel erfreut, mitten in und vollkommen außerhalb von Gewinn und Niederlage, dürfen wir uns fragen, wann wir damit anfangen wollen, die Verantwortung für die Qualität unserer Erfahrungen zu übernehmen.

Vielleicht gibt es ein Leben außerhalb der Krise, ein Leben, welches Intensität und Gelassenheit vereint. Wenn wir nehmen, was wir in uns und zwischen uns tragen, um es auf produktive Weise in die Welt zu bringen, wenn wir uns auf Lösungen hin orientieren, welche genug Herausforderungen bieten, sodass wir auf unsere Kosten kommen, dann können wir uns die eine oder andere Episode dramatischer Entwicklung im persönlichen, im nationalen wie im globalen Kontext ersparen.

Dann sind wir eingeladen Abschied zu nehmen von einem Selbstverständnis, welches sich an mittelmässigen Zielen ausrichtet, weil es das Anderssein scheut. Dann sind wir gefordert in selbstbewusster Anerkennung unserer Eigenheiten respektvoll zu sein gegenüber der Größe, der Potenziale, der Kraft und der Eigenheiten der Menschen um uns herum. Dann sind wir gefordert, uns auf großen Erfolg, auf unsere vollständige Individualität und intensive Kraft einzulassen, welche uns zwar in der Bewegung glücklich machen und doch gleichzeitig immer ein Stück in die Einsamkeit unserer eigenen Bestimmung führen.

Wir können natürlich noch ein bisschen auf den Wogen der wirtschaftlichen Krisen und globalen Probleme reiten und so tun, als würde es in diesen konkreten Ausprägungen des Lebens um etwas Wesentliches gehen. Wir können so tun als hinge unser Glück von der Lösung dieser Probleme und Krisen ab. Wir können weiter glauben, dass wir Glück in der totalen Absicherung der Existenz finden, wo wir alles fassen, halten und berechnen können. Und vielleicht werden wir irgendwann müde vom Ankommenwollen und beginnen, uns an der Reise, an der fortwährenden Problemlösung, an der Auflösung unauflöslicher Fragestellungen im Tun zu erfreuen.
Solange wir glauben, die Probleme existierten dort draußen und uns danach sehnen, sie endlich loszuwerden, dürfen wir noch inniger in Kontakt gehen mit unseren existenziellen Fragen. Vielleicht entdecken wir dann, dass wir immer nur nachdrücklich eingeladen werden, unsere produktiven und gestalterischen Kräfte mehr und mehr zu entwickeln und ins Spiel zu bringen.

Erfolg und Glück sind nur die Früchte unserer Entschlossenheit, dieses Leben, uns und die anderen auf spielerische Weise ernst zu nehmen. Mit welchen Lernschritten, guten Gedanken und Lösungen antworten Sie heute auf die brennenden Fragen?

Wilde Wünsche

Wie wild sind Sie? Wieviel Freiheit erlauben Sie sich? Wieviel Authentizität sind Sie bereit zu riskieren?

Haben Sie eine klare Geschäftsstrategie? Haben Sie alle Stränge Ihrer Interessen, Begabungen wohl gebündelt und auf eine klare Problemstellung einer dezidierten Zielgruppe ausgerichtet? Ist Ihr persönliches und berufliches Leben durchdrungen von Klarheit, Entschlossenheit und über den Daumen kühler Zahlen und eindeutiger Interessen gepeilt?

Nein? Na, dann ist ja gut. Ich wusste, ich bin nicht allein.

Berufliches und unternehmerisches Handeln, das sich nur an kühler Logik, nüchternen Geschäftsinteressen und blanken Zahlen unterm Strich orientiert, ist so langweilig und banal, wie die weissen Fliessen in unserem Badezimmer.

Ich wünsche mir mehr Ambiguität, mehr Fragezeichen in Unternehmer-Gesichtern, mehr Sehnsucht nach eigener Kultur, Ursprünglichkeit, unmittelbarer Kommunikation und echten Begegnungen. Ich wünsche mir mehr Unternehmer, die mehr wollen, als ihre Interessen durchzusetzen und maximal zu profitieren.

Ich wünsche mir Unternehmer, die Balance suchen, auf dem Hochseil. Die sich nicht damit begnügen, irgendwie, und vor allem, auf die andere Seite zu kommen. Unternehmer, die den Mut haben, neue Figuren auzuprobieren.

Ich wünsche mir Unternehmer, die die Gunst der Stunde nutzen, um am Leben zu sein, zu gestalten, kraftvoll ein- und auszuatmen. Ich wünsche mir Unternehmer, die auf den Wogen der Bedrohungen surfen, statt wild zu strampeln und Wasser zu schlucken.

Ich wünsche mir Unternehmer, die sich verbunden wissen und aus dieser Verbundenheit soviel schöpfen, wie sie zu geben bereit sind. Ich wünsche mir unzufriedene Unternehmer, weil die wirklich wichtigen Dinge so schwer und umöglich zu verwirklichen sind.

Ich wünsche mir Kultur in Unternehmen, die von dem Unvermögen zehrt, die allgegenwärtigen Spannungen aufzulösen. Ich wünsche mir einen heissen “Groove” in Unternehmen, keinen Dreivierteltakt.

Ich wünsche mir Unternehmer, die brennen, ohne zu verbrennen, auch im Sturm, wie das Windlicht unten am Baum. Ich wünsche mir Kraft, Freude und Initiative, die über den eigenen Tellerrand hinaus geht.

Welchen davon wollen Sie mir erfüllen?

Nutzen Sie Ihre Spielräume

Tsunetomo Yamamoto zitiert Ishidai Ittei in seinem Standardwerk über die Geisteshaltung des Samurai, “Hagakure“, folgendermassen:

“Obschon vorbildliche Gefolgsleute (Samurai, M.W.), die andere in allem überragen, heutzutage sehr schwer zu finden sind, kann jemand verschiedene Männer auswählen, von denen jeder den anderen in einer anderen Tugend übertrifft, wie etwa Anstand, Tapferkeit, die Art zu sprechen, gutes Benehmen, Treue und schnelle Entschlussfähigkeit, denen man hart nacheifern kann. (….) Finde die starken Seiten anderer Menschen heraus und folge ihnen. So kann jeder, egal was er ist, zu einem guten Beispiel und Lehrer werden.”

Die Einladung, die ich Ihnen in den letzten Beiträgen ausgesprochen habe, war immer die gleiche:
Nehmen Sie die dunkle Brille ab, die Sie nur die Probleme, Schwierigkeiten, Fehler und den Mangel sehen lässt. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die andere Seite der Erfahrung. Auf das, was bereits da ist. Auf die Aspekte, die gefördert werden durch andere Menschen und die Herausforderungen des Alltags, beruflich und privat.

Unsere Verantwortung als Mensch, so der Dalai Lama, ist es, glücklich zu sein. Solange wir nicht anerkennen, dass unser Glück viel mehr von unserer Sicht auf die Dinge abhängt, als von den “Dingen” selbst, können wir dieser Verantwortung nur schwer gerecht werden.

Wenn Sie Probleme als Herausforderungen sehen können, die als unausweichlicher Teil Ihres Lebens, Ihre Entwicklung fördern, kann das passieren, was Richard Carlson in seinem Buch “Alles kein Problem” folgendermassen beschreibt:

“Mit welchen Schwierigkeiten Sie auch konfrontiert werden, Sie können Ihre Einstellung ändern, abmildern, den ehrlichen Wunsch entwickeln, aus ihnen zu lernen. Wenn Sie Ihre Probleme in diesem Licht betrachten, verlieren sie ihre Härte - wie eine geballte Faust, die sich langsam öffnet.”

Ihre Rolle als Führungskraft und Unternehmer gibt Ihnen viel Raum, die Welt zu gestalten: durch Ihr Denken und Ihr Handeln. Nutzen Sie ihn.

Die Menschen sind voller Fehler

Ist es Ihnen auch schon aufgefallen? Die Menschen um Sie herum sind voller Fehler. Seien es die Mitarbeiter, Ihre Frau, Ihr Partner, Ihre Kinder, der Geschäftsführer - die Menschen um Sie herum verhalten sich unvorhersehbar, launisch, unethisch, manchmal eiskalt und manchmal ausgesprochen emotional.

Die meisten Menschen benehmen sich nicht immer so, nur hin und wieder. Diejenigen allerdings, die Ihnen das Leben wirklich zur Hölle machen, verhalten sich mit unerbittlicher Regelmässigkeit entgegen Ihren Erwartungen.

Wie Sie diese Gelegenheiten nutzen können, um die unterschiedlichsten Fähigkeiten und Begabungen zu voller Blüte zu entwickeln, darüber haben Sie sich in den letzten Newslettern schon ausgiebig den Kopf zerbrochen. Heute möchte ich Ihre Aufmerksamkeit auf einen neuen Aspekt lenken.

Vermutlich haben Sie eine Fähigkeit, die kurzfristig sehr nützlich ist, ebenso gut entwickelt, wie viele andere Menschen: die Fähigkeit, das Kind mit dem Bade auszuschütten. Diese Fähigkeit ist deswegen sehr nützlich, weil Sie kurzfristig Entlastung schafft. Sie erlaubt Ihnen, in komplexen, unklaren Situation, die Komplexität, Uneindeutigkeit und Unklarheit mit einem Schlag auf quasi null zu reduzieren.

Der Mitarbeiter, der Ihren Erwartungen nicht genügt, ist faul, dumm oder (unter Führungskräften sehr beliebt) unmotiviert. Deswegen sollten Sie Überlegungen anstellen, wie Sie diesen Tunichtgut mit Abmahnungen überziehen und schnellstmöglich aus dem Unternehmen eliminieren können.

Das tut gut. Das schafft Klarheit. Da weiss man sofort, wer auf welcher Seite steht.

Dummerweise kippen Sie dabei eben nicht nur das Bad, sondern auch das Kind aus. Und das ist der mittel- bis langfristige Nachteil dieser Strategie: Sie berauben sich, Ihr Unternehmen und den Mitarbeiter um Lernchancen und den Reichtum der Vielseitigkeit.

Ihre Aufmerksamkeit möchte ich heute nur auf einen Aspekt lenken:

  • Was kann die Mitarbeiterin, die jeden morgen zu spät kommt und jeden Abend zu früh geht in anderen Bereichen, wo sie alle ihre Kollegen in den Schatten stellt?
  • Welche Qualitäten hat der Mitarbeiter, der dauernd quertreibt und nicht so “funktioniert”, wie Sie sich das wünschen?
  • Welche Aspekte fördert er damit in Ihrem Unternehmen?
  • Und welche Stärken haben Ihre Mitbewerber, obwohl Sie alle fiesen Tricks nutzen, um Sie aus dem Markt zu befördern und an Ihre Kunden zu kommen?

Anerkennen, was ist

Haben Sie die Übung, die ich letzte Woche vorgeschlagen habe ausprobiert? Ist Ihnen aufgefallen, wie reich Sie sind? Haben Sie bemerkt, dass Ihr Leben wundervoll ist? Nein? Dann nehmen Sie diese Übung noch einmal mit in die kommende Woche:

  1. Was ist schon gut?
  2. Was darf sich auf keinen Fall ändern?

Bevor ich’s vergesse. Sie können diese Übung so lange praktizieren, bis sie in Fleisch und Blut übergeht und zu einer Grundhaltung wird. Gehen Sie durch Ihr Unternehmen, beobachten Sie Ihre Mitarbeiter und Kollegen, beobachten Sie sich selbst und Ihr tägliches Tun, nehmen Sie Ihre Kunden, Ihre Freunde, Ihre Familie wahr. Und schauen Sie dabei nur aus diesen beiden Blickwinkeln.

Vielleicht erkennen Sie, wie stark die Tendenz ist, nur auf die kritischen, “veränderungsbedürftigen” Aspekte zu achten. Vielleicht stellen Sie fest, dass es harte Arbeit bedeutet, die Perspektive zu wechseln. Aber glauben Sie mir, es lohnt sich.

Dies ist ein schneller, billiger und effektiver “Trick”, den Raum persönlicher Erfüllung immer weiter zu vergrössern. Ganz abgesehen davon, dass Sie damit eine positive, konstruktive und produktive Atmosphäre um sich herum fördern. Und noch ein kleiner Tipp: erwähnen Sie die positiven Dinge, die Sie beobachten. Machen Sie Komplimente, auch wenn das nicht der Deutschen grösste Stärke ist. Sie wollen Wunder? Dann folgen Sie dieser Spur.

Veränderungen: Das Salz in der Suppe?

Mal eine Frage am Rande: Sind krisenhafte, riskante Übergänge in Unternehmen und im Unternehmerdasein nicht das Salz in der Suppe unternehmerischen Handelns?

Ich sage: “Aber sicher. Her damit”. Warum? Weil sie uns auffordern, uns auf allen Ebenen zu entwickeln. Wir brauchen Dinge und Fähigkeiten wie:
kontinuierliche Strategieentwicklung, Konfliktmanagement, Rituale, lebendige Beziehungen, Vertrauen, Offenheit, Beweglichkeit, Stabilität, Innovation, Kreativität, Mut und Querdenken, um schon mal einige zu nennen.

Und das ist schön und gut so. Haben Sie nicht die Herausforderung gesucht, diese Fähigkeiten immer weiter zu entwickeln, als Sie sich auf die Unternehmerrolle und Verantwortung im Unternehmen eingelassen haben? Nein?

Wäre es nicht verlockend, diese Herausforderung anzunehmen und Ihr Leben als das zu leben, was es ist? Wäre es nicht entspannend damit aufzuhören, Ihr unternehmerisches Handeln als ein Spiel auf Leben und Tod zu betrachten? Sondern es stattdessen als ein Abenteuer, ein Experiment, eine vorläufig sinnvolle Antwort auf einen Markt aufzufassen, der in ständiger Bewegung ist?

Die Umfrage läuft bis Freitag, 16. Juni. Wie geht’s Ihnen mit Veränderungen im Unternehmen?

Tote Pferde reiten

Eine Weisheit der Dakota-Indianer besagt:

Wenn du entdeckst,
dass du ein totes Pferd reitest,
steig ab.

Und so handeln moderne Wirtschaftshäuptlinge:

  • Sie besorgen eine stärkere Peitsche.
  • Sie wechseln die Reiter.
  • Sie sagen: So haben Sie das Pferd doch immer geritten.
  • Sie gründen einen Arbeitskreis, um das Pferd zu analysieren.
  • Sie besuchen andere Orte, um zu sehen, wie man dort tote Pferde reitet.
  • Sie erhöhen die Qualitätsstandards für den Beritt toter Pferde.
  • Sie bilden eine Task Force, um das tote Pferd wiederzubeleben.
  • Sie schieben eine Trainingseinheit ein, um besser reiten zu lernen.
  • Sie stellen Vergleiche unterschiedlich toter Pferde an.
  • Sie ändern die Kriterien, die besagen, ob ein Pferd tot ist.
  • Sie kaufen Leute von ausserhalb ein, um das tote Pferd zu reiten.
  • Sie schirren mehrere tote Pferde zusammen an, damit sie schneller werden.
  • Sie erklären: Kein Pferd kann so tot sein, dass man es nicht noch schlagen könnte.
  • Sie machen zusätzliche Mittel locker, um die Leistung des Pferdes zu erhöhen.
  • Sie machen eine Studie, um zu sehen, ob es billigere Berater gibt.
  • Sie kaufen etwas zu, das tote Pferde schneller laufen lässt.
  • Sie erklären, dass ihr Pferd besser, schneller und billiger tot ist.
  • Sie bilden einen Qualitätszirkel, um eine Verwendung für tote Pferde zu finden.
  • Sie überarbeiten die Leistungsbedingungen für Pferde.
  • Sie richten eine unabhängige Kostenstelle für tote Pferde ein.

Moderne Wirtschaftsindianer entwickeln stetig weitere Strategien:

  • Wer sagt, dass man tote Pferde nicht reiten kann?
  • Sie lassen das Pferd schnellstens zertifizieren.
  • Sie frieren das Pferd ein und warten auf eine neue Technik, die es uns ermöglicht, tote Pferde zu reiten.
  • Sie bilden einen Gebetskreis der ihr Pferd gesund betet.
  • Sie stellen das tote Pferd bei jemand anderem in den Stall und behaupten, es sei seines.
  • Sie stellen fest, dass die anderen auch tote Pferde reiten und erklären dies zum Normalzustand.
  • Sie ändern die Anforderung von Reiten in Bewegen und erteilen einen neuen Entwicklungsauftrag.
  • Wetten, dass das Vieh nur simuliert!
  • Sie sourcen das Pferd aus.

Überraschungen

Sonntag, 15.30 Uhr: Der Kindergeburtstag, auf den meine Ältere eingeladen ist, hat bereits vor einer halben Stunde begonnen. Ich bin am Rande des Nervenzusammenbruchs, denn mit Wochenende war bisher noch nicht allzu viel. Statt meine Zeit mit Faulenzen und Dolcefarniente zu verbringen, habe ich meine Zeit damit vertrödelt, Angebote für Menschen zu schreiben, die meinen Beipackzettel nicht gelesen haben - sei’s drum.

Ich bin dabei die halbe Welt zu verfluchen: “Wie ist die nur darauf gekommen, den blöden Geburtstag an einem Ort mitten in der Pampa zu veranstalten. Eine Stunde Auto fahren wegen einem doofen Kindergeburtstag. Wieso hast Du nicht gleich gesagt, dass wir nicht kommen. Ich bleibe hier.” Sie merken schon: Bombenstimmung im Hause Wedgwood.

Einmal mehr das Mädchen als Zünglein an der Waage - jede Initiative meinerseits, den Event durch eine andere Attraktion zu ersetzen wird mit einem trotzigen Tränenausbruch und grossem Geschrei quittiert. Na gut. Ich gebe mich geschlagen. Missmutig schleppe ich meinen ausgezehrten Körper in Richtung Automobil. Auf geht’s in den Regenwald der Nordvogesen, um unseren Nachmittag auf irgendeinem langweiligen Grillplatz zu verplempern.

Kaum sitzen wir im Auto, schlafen die Kinder ein. Meine Frau und ich haben das erste Mal seit Tagen einen ruhigen Moment entspannten Plauderns. Urlaubsgefühle stellen sich ein…

Als wir am Grillplatz ankommen entpuppen sich die vermuteten komischen Fremdlinge als Freunde, sympathische Bekannte und nette Menschen. Die Kinder verschwinden im Wald und tauchen erst in der Abenddämmerung wieder auf: von Hunger nach leckeren Würstchen und Nudelsalat getrieben.

Wir Herren spielen Boule mit den übriggebliebenen Kindern, tun so, als könnten wir auch etwas mit den kleinen Geschöpfen anfangen und beschliessen vorsichtig die Gründung eines Boule-Clubs in Kehl.

Hier und da sitzen vereinzelte Grüppchen, in Gespräche und Geplauder vertieft. Ein wunderbarer Nachmittag und Abend auf einem herrlichen Fleckchen Erde mit wunderbar sympathischen Menschen.

Besser hätten wir den Sonntag nirgendwo sonst verbracht.

Was lernen wir daraus:

  1. Es gibt schöne Orte im Elsass.
  2. Es ist praktisch, wenn man blöde Einladungen bekommt und ein Auto hat, um hinzufahren.
  3. Es ist schön, wenn man Menschen kennt, die man gerne mag.
  4. Manchmal kommt etwas Gutes dabei heraus, wenn man seinen Kindern Wünsche erfüllt.
  5. Das Leben ist voller Überraschungen und manche sind angenehm.
Martin Wedgwood

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