Archiv der Kategorie ‘Changemanagement‘

 
 

“Schwarz” ist die neue Mode. Welche Farbe geben Sie Ihrer Wirklichkeit heute?

Die Wirkmechanismen der Weltwirtschaft sind eine komplexe Angelegenheit. Folgte ich den täglichen Schreckensnachrichten mit der gleichen Intensität, welche die Berichterstattung ausmacht, dann verstünde ich mittlerweile vielleicht mehr davon. Wahrscheinlicher aber würde ich in der gleichen Ohnmacht versinken, welche in den ängstlich aufgescheuchten Stimmen der Moderatoren und Welteinschätzer fleissig mitschwingt.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Experten auf dem weiten Feld des Wirtschaftens, ob irgendjemand der Komplexität des Geschehens wirklich gewachsen ist. Und es ist lustig zu beobachten, wie die Kommentatoren, Journalisten und Fachleute immer irgendwo zwischen imaginierter Einflußmöglichkeit und totaler Ohnmacht navigieren. Es will mir scheinen als wüßte niemand so richtig, was ihm geschieht und was er selbst verursacht.

Mit den Unkenrufen einer heraufziehenden Rezession, welche einen deutlichen Fokus für die Kanalisierung jeglicher Energie und kreativer Impulse in Richtung totale Ergebenheit gegenüber dem vorläufigen Untergang schafft, schrauben sich die Gestalter und Lenker der Meinungen und Einschätzungen immer tiefer in einen beeindruckenden Abwärtstaumel.

Womit haben wir es hier zu tun? Von außen betrachtet wie immer mit einer Wirklichkeitsgestaltung durch kollektiv geteilte und bevorzugte Geschichten und Mythen. Es wird so getan als wäre die Wirklichkeit Gegenstand der Beobachtung und der Bedrohung, während es doch nur die ängstlichen Phantasien kreativ hochbegabter Schwarzmaler sind, welche ihre Wirkung wie zu allen Zeiten kaum verfehlen.

Waren sie eben noch Leuchttürme im komplexen Geschehen, welche erhaben über die Ebenen des Mittelmaßes hinausragten, fallen sie nun vor die Klippen ihrer eigenen Untergangsphantasien und werden so zu einem dunklen Fels in nächtlicher Brandung, an welchem die Boote der Massen Schiffbruch erleiden.

Während meiner Hypnotherapie-Ausbildung in Italien im Sommer war die Rede von einem durch Studien belegten Phänomen: Krankheitsverläufe sind extrem stark daran gekoppelt, wie wir erste auftretende Symptome interpretieren. Wenn der Hals weh tut und wir nehmen das als erstes Anzeichen einer Grippeerkrankung, dann werden wir sehr wahrscheinlich eine Grippe bekommen. Während die Symptome häufig schnell wieder abklingen, wenn wir sie als kurze Episode verstehen.

Die Symptome winken gerne mal um die Ecke und laden uns ein, ein Päuschen zu machen. An uns, uns zu entscheiden, ob wir uns ein bisschen Entspannung mit oder ohne unangenehme körperliche Beschwerden gönnen wollen.

Und vielleicht ist die mit Hypothesen, Interpretationen und Emotionen hoch aufgeladene Berichterstattung tatsächlich die Vorbotin und Begleiterin eines Alptraums. Wir können die Zustände mithilfe unserer kommunikativen Möglichkeiten immer weiter zuspitzen, um unter dem Druck des vermeintlich Unausweichlichen, um unter bedrohlich erscheinenden Bedingungen manches neu ordnen. Vielleicht können wir die Einladung aber anders annehmen, ein Schrittchen zurücktreten und uns entscheiden, auf entspannte und intelligente Weise in Ruhe zu reflektieren, um von dort aus neue Wege zu wagen.

Die meisten Menschen und Unternehmen warten allerdings gerne den Moment des bevorstehenden Untergangs ab, wählen also die erste Option, bevor sie beginnen, sich ernsthaft und effektiv mit ihrer Lage auseinanderzusetzen. Fragen Sie sich wieso? Nun, das mag Sie verwirren, aber ich denke das geschieht nur aus purem Glücksstreben. Stephan Lermer bringt dieses Streben nach Glück in seiner Umkehrung genial auf den Punkt:

“Nicht Unglück, sondern Langeweile ist das Gegenteil von Glück.”

Wir erschaffen die Realität in der wir leben. Die Krisen und Probleme sind nur der Ausdruck unserer unablässigen Sehnsucht nach Lebendigkeit, Lernen und Intensität, kurz Flucht vor der Langeweile und Streben nach Glück. Und während wir durch’s Leben straucheln von Problem zu Problem, während wir auf der Konjunkturentwicklung Achterbahn fahren, das Kribbeln im Bauch geniessend, gleich dem Roulette-Spieler, der sich nur noch am Kitzel erfreut, mitten in und vollkommen außerhalb von Gewinn und Niederlage, dürfen wir uns fragen, wann wir damit anfangen wollen, die Verantwortung für die Qualität unserer Erfahrungen zu übernehmen.

Vielleicht gibt es ein Leben außerhalb der Krise, ein Leben, welches Intensität und Gelassenheit vereint. Wenn wir nehmen, was wir in uns und zwischen uns tragen, um es auf produktive Weise in die Welt zu bringen, wenn wir uns auf Lösungen hin orientieren, welche genug Herausforderungen bieten, sodass wir auf unsere Kosten kommen, dann können wir uns die eine oder andere Episode dramatischer Entwicklung im persönlichen, im nationalen wie im globalen Kontext ersparen.

Dann sind wir eingeladen Abschied zu nehmen von einem Selbstverständnis, welches sich an mittelmässigen Zielen ausrichtet, weil es das Anderssein scheut. Dann sind wir gefordert in selbstbewusster Anerkennung unserer Eigenheiten respektvoll zu sein gegenüber der Größe, der Potenziale, der Kraft und der Eigenheiten der Menschen um uns herum. Dann sind wir gefordert, uns auf großen Erfolg, auf unsere vollständige Individualität und intensive Kraft einzulassen, welche uns zwar in der Bewegung glücklich machen und doch gleichzeitig immer ein Stück in die Einsamkeit unserer eigenen Bestimmung führen.

Wir können natürlich noch ein bisschen auf den Wogen der wirtschaftlichen Krisen und globalen Probleme reiten und so tun, als würde es in diesen konkreten Ausprägungen des Lebens um etwas Wesentliches gehen. Wir können so tun als hinge unser Glück von der Lösung dieser Probleme und Krisen ab. Wir können weiter glauben, dass wir Glück in der totalen Absicherung der Existenz finden, wo wir alles fassen, halten und berechnen können. Und vielleicht werden wir irgendwann müde vom Ankommenwollen und beginnen, uns an der Reise, an der fortwährenden Problemlösung, an der Auflösung unauflöslicher Fragestellungen im Tun zu erfreuen.
Solange wir glauben, die Probleme existierten dort draußen und uns danach sehnen, sie endlich loszuwerden, dürfen wir noch inniger in Kontakt gehen mit unseren existenziellen Fragen. Vielleicht entdecken wir dann, dass wir immer nur nachdrücklich eingeladen werden, unsere produktiven und gestalterischen Kräfte mehr und mehr zu entwickeln und ins Spiel zu bringen.

Erfolg und Glück sind nur die Früchte unserer Entschlossenheit, dieses Leben, uns und die anderen auf spielerische Weise ernst zu nehmen. Mit welchen Lernschritten, guten Gedanken und Lösungen antworten Sie heute auf die brennenden Fragen?

Schöne kleine Reisen in Richtung Erfolg und Erfüllung

Anfang August. Die Zeit, wo wir und viele andere in alle Richtungen davon ziehen, auf der Suche nach Erholung und Erneuerung. Kleine Reisen, die auch Strapazen mit sich bringen und auch darin liegt manchmal ihr Wert: Sie machen Freude auf die Rückkehr in den Alltag und die gewohnte Umgebung.

Meine Frau ist eine Reisende in den Weiten des Worlwideweb. Eine Jägerin von zu Hause aus, das ist heute möglich, die immer wieder erstaunliche Beute jagt und mir grosszügig zur Verfügung stellt. Einen Teil dieser Beute möchte ich heute mit Ihnen teilen.

Vielleicht kennen Sie NLP. Vielleicht haben Sie etwas von Hypnotherapie und Trance gehört. Vielleicht kennen Sie Richard Bandler, eine wahrlich beeindruckende und schillernde Figur, der das NLP mit entwickelt hat. Auf seiner Seite (http://www.richardbandler.tv) bietet er vier Reisen an, die Sie unternehmen können ohne Ihr Büro oder Ihren Arbeitsplatz zu verlassen. Vier schöne kleine Reisen in Richtung Erfolg und Erfüllung.

Sorgen Se einfach dafür, dass Sie ungestört bleiben, schliessen die Augen oder was auch immer und unternehmen Sie ein paar Reisen, die Ihr Bewusstsein an Glück und Erfüllung ausrichten und neue Erfahrungen ermöglichen. Völlig ungefährlich und nachhaltig. Eine schöne Kombination, wie ich finde.

Drop in. Drop out.

Beim Skateboardfahren nennt man den Moment, wo der Skater oben von der Kante der Halfpipe in die Wanne kippt als drop-in. Ein kurzer, schwebender Moment, der eine gewisse Entschlossenheit braucht, damit das ganze nicht in der körperlichen Katastrophe endet.

Einige meiner Beratungskunden haben mir in letzter Zeit von unterschiedlichen Situationen berichtet, in denen sie ausserordentlich litten: vor allem in Meetings (wer nicht?) und in Situationen kollektiver Geselligkeit. Ich persönlich schaue auf ein ganzes Martyrium der Adoleszenz und des Erwachsenseins zurück, während welchem ich mich bis aufs Letzte durch solche Horrorsituationen kämpfte. Die meiste Zeit gelang es mir glücklicherweise, die Orte des Schreckens zu meiden oder mich wenigstens in eine Lage zu versetzen, welche mir erlaubte, das Geschehen zu dominieren und somit spannend zu gestalten. Für mich jedenfalls. Was auch nicht immer glücklich machte im Miteinander.

Es ist beachtlich, mit welcher Entschlossenheit, man die eigene Person, das eigene Wesen, die eigene Psyche zur Verantwortung für die Misslichkeit der jeweiligen Lage zu ziehen geneigt ist. Denn dass es Langeweile und Unterforderung war, welche Komplikationen und Dissonanz mit der jeweiligen Situation und Gruppe schaffte, (welch unerhörte Anmassung, hüstl!) ist eine Erkenntnis, welche mir erst lange danach zu Teil wurde. Und welche in Ihrer Bedeutung erst dort volle, d.h. entspannte Kraft entfalten konnte, wo ich nicht mehr der Relation “Unterforderung = menschliche Überlegenheit und Höherwertigkeit” anlegte, welche sonst so schwer auf das Thema Begabung (wie hoch auch immer) von unterschiedlicher Seite gelegt wird.

Die entschlossene Unwissenheit, welche die jahrelange Duldung unerträglicher Situationen ermöglichte (hier als Kompetenz verstanden), rührt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von der unfreiwilligen Übung, welche man in endlosen Jahren quälender Gefangenschaft in geschlossenen Räumen hinlegte. Das von aussen auferlegte Ziel, zu lernen, blieb unerreichbar. Nicht weil Lernen an sich unmöglich gewesen wäre, sondern weil das, was als Lernmöglichkeiten angeboten wurde umfassende Stolpersteine und unerträgliche Umwege gegenüber den eigenen waren.

Das Gefühl selbst an der Ursache des Problems zu stehen, statt den Misfit zwischen Kontext und Person zu begreifen (weil der Kontext über lange Zeiträume nicht in Frage zu stellen war) sitzt so tief, dass auch im Erwachsenenalter als Gefängnis konstruiert wird, was mit einer gesunden Portion Dreistigkeit und Mut zur Unhöflichkeit schon lange keins mehr wäre.

Auch wenn es wenige Formen, wie bspw. die OpenSpace Technologie, des gruppenspezifischen Zusammenarbeitens gibt, wo ein Kommen und Gehen abhängig von der eigenen Möglichkeit etwas zu lernen oder beitragen zu können (dürfen) “erlaubt” ist, gibt es doch Möglichkeiten, obengenannte (lebensrettende) Dreistigkeit vorausgesetzt, sich das Schlimmste zu ersparen.

Es gibt immer gute Gründe, zu einer Sitzung spät hinzuzustossen und sich früh wieder daraus zu verabschieden. Zumal, wenn Sie zu den Topleistungserbringern im Unternehmen zählen. Diverse kritische Projekte brauchen Menschen, welche situativen Anforderungen genügen können, auch um den Preis einige Sitzungen nur in jenen Passagen besuchen zu können, welche die eigenen Implikationen ins Unternehmen betreffen.

Auch familiäre Gründe können angeführt werden. Allerdings sind nicht alle Kulturen hier ebenso offen, wie den obenbeschriebenen Eskapaden der Leistunsgerbringer gegenüber. Ich nenne diesen Stil “drop-in, drop-out”. Sich hineinfallenlassen und wieder hinausfallenlassen.

Es gibt einige, welche dieses drop-in, drop-out, mental vollziehen: komplizierte Gleichungen im Kopf lösen, sich NLP-mässig oder autosuggestiv in andere Sphären beamen, spirituelle Übungen, wie achtsames Atmen oder Eutonie vollziehen, ToDo-Listen, Projekte oder sonstiges auf der Nebenspur weiterplanen. Über die französische Businesskultur kann man denken was man will (ganz zu schweigen vom Fahrstil der geliebten Nachbarn), aber die verbreitete Einschätzung, Multitasking sei ein Zeichen hoher Kompetenz, kommt dem schnell Gelangweilten ausserordentlich entgegen. Denn hier können Sie nach aussen verlegen, in Papier- und Stiftform wenigstens, was Sie in Deutschland nur hinter Ihrer Stirnplatte abfrühstücken dürfen.

Vermutlich sind dies ebenfalls brauchbare Optionen, wenn andere Wege verstellt bleiben. Unter der Prämisse, dass Sie von solchem Vorgehen in irgendeiner Weise profitieren (Arbeit erledigen, lernen, Spass haben, entspannen) und das Gefühl der vertanen Zeit in starker Weise gemildert wird.

Sollte keine dieser Optionen zur Verfügung stehen oder in geeigneter Form Entlastung bringen wären möglicherweise ernsthafte Überlegungen angesagt, Ihre Umwelt-Passung nicht auf Ihrer, sondern der Umweltseite zu verbessern. Im Journalistenberuf, so habe ich mir sagen lassen, gehört drop-in, drop-out zum Tagesgeschäft, bei Vertrieblern auch, als Selbständiger oder Unternehmer haben Sie auch die Möglichkeit, abhängig von Branche und Grösse des Unternehmens, regelmässig von einem Kontext in den nächsten zu fallen.

Vielleicht brauchen Sie aber generell höhere Anforderungen auf unterschiedlichen Niveaus, damit Sie nicht untergehen in Ihrer intellektuellen Bedürftigkeit. Überhaupt scheint es mir einer der wesentlichen Schlüssel zu einem erfüllten Leben für Kreative und Hochbegabte, sich Rechenschaft, vor allem im alltäglichen Handeln, über die präferierten Kontexte abzulegen. Und brauchbare Entscheidungen zu treffen. Auch über geeignete Frequenzen des Kontextwechsels. Aber davon ein anderes mal.

Viel Spass beim Rein- und Rausfallen.

Das Repertoire erweitern

Wenn Sie Ihr Repertoire erweitern wollen und damit Ihre Virtuosität im Umgang mit den Herausforderungen des Alltags erhöhen möchten, dann nehmen Sie sich 15 – 30 Minuten Zeit für die folgende Übung.

Ich möchte Sie heute einladen, eine Bestandsaufnahme Ihrer materiellen Güter, Ihrer Fähigkeiten, Gewohnheiten, Werte und Ihres Selbstbildes zu machen.

Stellen Sie sich bitte folgende Fragen:

  1. Welche dieser Aspekte meines Lebens habe ich optimal entwickelt und kann sie einfach auf dem aktuellen Stand belassen? (Kennzeichnen Sie diese Aspekte bitte mit einer “0″).
  2. Welche dieser Aspekte meines Lebens habe ich übermässig entwickelt und spielen eine so dominante Rolle, dass sie mich in meinem Alltag eher behindern? (Kennzeichnen Sie diese Aspekte bitte mit einem “-” Zeichen).
  3. Welche dieser Aspekte habe ich zwar schon entwickelt, möchte ich aber noch weiterentwickeln? (Kennzeichnen Sie diese Aspekte bitte mit einem “+” Zeichen).

Schreiben Sie alle Aspekte, die Sie mit einem “-” Zeichen versehen haben untereinander auf ein Blatt. Notieren Sie danach jeweils ein oder zwei Dinge, Fähigkeiten, Werte etc. daneben, die diesen Aspekt ergänzen.

Wenn Sie Ihre Anpassungsfähigkeit zum Beispiel bis zu einem Grad entwickelt haben, dass Ihre persönlichen Interessen regelmässig auf der Strecke bleiben, dann schreiben Sie neben die Fähigkeit “Anpassungsvermögen”, z.B. die Fähigkeiten “meine Interessen durchsetzen”, “authentisch kommunizieren”. Arbeiten Sie sich so die ganze Liste hinunter.

Auf ein weiteres Blatt notieren Sie alle Aspekte, die Sie mit einem “+” Zeichen versehen haben. Fügen Sie dieser neuen Liste die ergänzenden Aspekte hinzu, die Sie zuvor gesammelt haben.

Wählen Sie im Anschluss drei Aspekte dieser Liste intuitiv aus, die Sie dringend weiterentwickeln wollen, um noch zufriedener zu werden und Ihre wichtigen Ziele zu erreichen. (Wenn Sie wollen, können Sie auch das ganze Eisenhower-Priorisierungs-Feuerwerk abfackeln - siehe Lothar Seiwert und Konsorten.)

Wenn Sie dann noch können, überlegen Sie, welche aktuellen Probleme und Herausforderungen Sie optimal nutzen können, um diese wichtigen Potentiale Ihres Lebens zu realisieren. Spätestens jetzt brauchen Sie grosse Träume, um Ihre Komfortzone zu verlassen.

Wie Sie grosse Träume und eine Vision entwickeln können, die Sie ausreichend motiviert, Ihre Komfortzone zu verlassen, können Sie in früheren Beiträgen nachlesen.

Wenn Ihnen das alles zu blöd ist und Sie dennoch grosse Herausforderungen meistern oder schwierige Probleme knacken wollen, dann melden Sie sich einfach und wir schauen, wie ich Sie bei der Lösung unterstützen kann.

Gönnen Sie sich eine neue Vergangenheit

Wenn Sie sich eine neue Vergangenheit gönnen wollen, dann nehmen Sie sich 15 – 30 Minuten Zeit für die folgende Übung:

Ich möchte, dass Sie die Brille der Verklärung absetzen (soweit sie keine existentielle Schutzfunktion einnimmt) und ungeschminkt auf all die Gemeinheiten, Unannehmlichkeiten, Hänseleien, Wirrnisse, Bestrafungen, den Verrat und die Verletzungen Ihrer Vergangenheit schauen.

All das, was Ihnen widerfahren ist durch Eltern, Geschwister, Freunde, Lehrer, Partner, Lehrmeister, Professoren, Vorgesetzte, Schicksalsschläge, berufliche Nebengleise, unternehmerische Patzer oder die Launen der Natur.

Und dann stellen Sie sich bitte folgende Fragen:

  1. Welche für Sie wichtigen Gewohnheiten, Fähigkeiten, Stärken, Beziehungen, Werte, Visionen konnten Sie gerade wegen dieser Herausforderungen entwickeln?
  2. Welche materiellen Dinge konnten Sie aufgrund dieser Schwierigkeiten erlangen?
  3. Welche Bedrängnis hat Sie am meisten gefördert?
  4. Wie hat all das Unangenehme noch zu all dem Positiven beigetragen, das Sie heute als Mensch, Unternehmer, Führungskraft verkörpern?
  5. Wie noch?
  6. Wie noch?
  7. Was können Sie jetzt tun, um die letzte Süsse aus diesen bitteren Erfahrungen zu destillieren?

Wenn Sie diese Aufgabe nicht gleich durchführen (was sehr wahrscheinlich ist), erscheint Sie Ihnen nützlich genug, um dies zu einem späteren Zeitpunkt zu tun? Was brauchen Sie, um sich die Zeit zu nehmen und daran zu denken?

Umgang mit kritischen Veränderungen

Ich habe mir wieder einmal Gedanken über diesen Blog gemacht. Dabei bin ich zu dem Schluss gekommen, es könnte hilfreich sein, den Themenbereich, in dem wir uns gerade bewegen, etwas klarer zu benennen. So können Sie hoffentlich deutlicher sehen, welchen Platz das aktuelle Thema im Gesamtrahmen „Umgang mit kritischen Veränderungen” einnimmt.

Das Thema „Umgang mit persönlicher Veränderung und kritischen Veränderungen in Unternehmen“ berührt sehr viele Unterthemen.

Theoretische Themen, wie

  • Kybernetik,
  • allgemeine Systemtheorie,
  • die Theorie dynamischer Systeme,
  • Synergetik und
  • radikaler Konstruktivismus.

Daneben gibt es sehr alltagspraktische Themenbereiche, wie

  • Projektmanagement,
  • persönliche und berufliche Strategieentwicklung,
  • Rollenmanagement,
  • Selbst- und Zeitmanagement,
  • Teamentwicklung und Change Leadership,
  • Kreativitätstechniken und Innovationsmanagement,

um nur einige zu nennen.

Um den thematischen Bauchladen komplett zu machen, gibt es Themen, die irgendwo dazwischen liegen und, als Pendant zu den inneren und äusseren Stilen im Kungfu, in den Bereich „inneres Management von Veränderung“ gehören.

Dieser letzte Themenbereich hat grosse Nähe zu Philosophie und zu Spiritualität. Die Auseinandersetzung damit soll aber nicht theoretisch und schöngeistig bleiben, sondern gute Voraussetzungen für den konstruktiven Umgang mit kritischen Veränderungen schaffen.

Die Füsse im Auge des Sturms

Für die kommende Woche eine kleine Übung, die Ihnen erlaubt, sich in kritischen Situationen jederzeit voll und ganz in der Gegenwart zu verankern.

Fussmaske

Achten Sie auf den Kontakt Ihrer Füsse mit dem Boden. Spüren Sie die Bereiche Ihrer Fusssohlen, die Kontakt mit dem Boden haben. Sie brauchen sich nichts vorzustellen. Versuchen Sie nicht, die Berührfläche zu vergrössern. Machen Sie einfach gar nichts.

Bringen Sie Ihre Aufmerksamkeit einfach immer wieder zurück zu Ihren Füssen und dem Kontakt zum Boden - beim Sitzen und beim Stehen. Beim Gehen können Sie mit Ihrer Aufmersamkeit dem Wechsel der Füsse folgen und jeden Schritt sehr bewusst machen.

Diese Übung kann eine grosse Hilfe in Situationen grosser geistiger Anspannung sein: vor und während wichtigen Gesprächen, vor einem öffentlichen Auftritt, auf dem Weg zu einem Meeting, in heissen Projektphasen. Sie braucht keine Zeit, keinen besonderen Ort und keinerlei Hilfsmittel.

Sie kann Ihnen im wahrsten Sinne des Wortes helfen, den Boden der Realität zu berühren und Ihre Ängste, Sorgen, Ihr Zaudern und Ihre Komplikationen vorbeiziehen zu lassen. So können Sie auch in turbulenten Zeiten Stabilität und Sicherheit finden. Gerade dadurch erhöhen Sie Ihre Fähigkeit, kritischen Veränderungen nicht nur mutig ins Auge zu schauen, sondern Sie aktiv zu gestalten.

Veränderungen: Das Salz in der Suppe?

Mal eine Frage am Rande: Sind krisenhafte, riskante Übergänge in Unternehmen und im Unternehmerdasein nicht das Salz in der Suppe unternehmerischen Handelns?

Ich sage: “Aber sicher. Her damit”. Warum? Weil sie uns auffordern, uns auf allen Ebenen zu entwickeln. Wir brauchen Dinge und Fähigkeiten wie:
kontinuierliche Strategieentwicklung, Konfliktmanagement, Rituale, lebendige Beziehungen, Vertrauen, Offenheit, Beweglichkeit, Stabilität, Innovation, Kreativität, Mut und Querdenken, um schon mal einige zu nennen.

Und das ist schön und gut so. Haben Sie nicht die Herausforderung gesucht, diese Fähigkeiten immer weiter zu entwickeln, als Sie sich auf die Unternehmerrolle und Verantwortung im Unternehmen eingelassen haben? Nein?

Wäre es nicht verlockend, diese Herausforderung anzunehmen und Ihr Leben als das zu leben, was es ist? Wäre es nicht entspannend damit aufzuhören, Ihr unternehmerisches Handeln als ein Spiel auf Leben und Tod zu betrachten? Sondern es stattdessen als ein Abenteuer, ein Experiment, eine vorläufig sinnvolle Antwort auf einen Markt aufzufassen, der in ständiger Bewegung ist?

Die Umfrage läuft bis Freitag, 16. Juni. Wie geht’s Ihnen mit Veränderungen im Unternehmen?

Mentale Wachstumsschmerzen

WirbelsturmEs ist ein bisschen frech, sich das Thema “kritische Veränderungen in Unternehmen” auf die Fahne zu schreiben. Wo doch jedes Managementbuch im Vorwort von ständiger Veränderung, Changemanagement und kontinuierlichem Ausnahmezustand spricht. Demnach sind kritische Situationen heute Alltag.

Mag sein. Gut für mich. Dann gibt es viel zu tun.

Eine Frage möge mir verziehen werden: Ist ständige Veränderung nicht eine banale Tatsache des Lebens und unternehmerischen Handelns an sich? Vielleicht ist die Frage gar nicht so sehr, ob unser modernes Leben von permanenter Veränderung und Komplexität geprägt ist. Sondern vielmehr, ob Veränderung gleich Krise und Bedrohung bedeuten muss.

Bekanntlich erschaffen wir selbst die Realität, in der wir leben, durch unser Denken und Handeln.

Vielleicht ist das aktuelle lebendige Geschehen nur eine Einladung, mit den Illusionen einer klar umrissenen und begreifbaren Realität aufzuräumen. Vielleicht sind Veränderungen krisenhaft und schmerzvoll, weil sie uns auffordern, das Leben als das zu erkennen und zu leben, was es ist: riskant, bewegt, unerklärlich und bodenlos.

Vielleicht leiden wir einfach nur an mentalen Wachstumsschmerzen.

Martin Wedgwood

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