Monatsarchiv für Dezember 2008

 
 

“Geprüfte Intelligenz”

XINGLiterarischer Band von Hochbegabten für begabte Artgenossen.

Was hat es mit diesem Projekt auf sich?
Entstanden ist die Idee eines Buchbandes von Hochbegabten für Hochbegabte ursprünglich im Online-Business-Forum “XING” durch Frau Lilli Cremer-Altgeld.

In diesem Buchprojekt, ursprünglich als reines Lyrik-Projekt gedacht, werden die Tore für unterschiedliche literarische Formate geöffnet, seien es Gedichte, Kurzgeschichten, Essays oder Szenisches. Am ursprünglichen Gedanken, Illustrationen von Kindern, aber auch von erwachsenen Hochbegabten und Texte von Kindern aufzunehmen halte ich unbedingt fest. Gerade für letztere eröffnen sich hoffentlich durch die grössere Diversität an Formaten mehr Möglichkeiten, einen Beitrag zu leisten.

Welches Anliegen verfolgt das Projekt?
Zu allererst soll hier, ergänzend zu der Vielzahl an Fach- und Selbsthilfebüchern, das Thema “Hochbegabung” in einer unmittelbar am gefühlsmässigen Erleben orientierten Form zugänglich gemacht werden.

Mit unterschiedlichen Zielsetzungen:
Hochbegabten soll ein Raum geboten werden, sich selbst und ihrem Leben in künstlerischer Form Ausdruck zu verleihen.

Weiterhin hat das Projekt Menschen im Blick, welche von Hochbegabung “betroffen” sind, sich aber in quasi absoluter Unwissenheit über den Sachverhalt befinden, dass es ihre Begabungen sind, über welche sie permanent stolpern. Über das Medium “Text” soll diesem Kreis die Möglichkeit geboten werden, sich über das Wiedererkennen thematisierter Gefühle, Fragestellungen und Situationen, an ein konstruktiveres Selbstbild heranzupirschen.

Zuletzt soll Menschen, welche von aussergewöhnlicher intellektueller Begabung weniger “betroffen” sind, ein unmittelbarer Einblick in die Lebenswelt Hochbegabter ermöglicht werden, um grösseres Verständnis für allgegenwärtige Schnittstellenphänomene zu schaffen.

Über das Buchprojekt hinaus sind Folgeprojekte, wie Hörbuch und Kalender geplant.

Worum geht es in diesem Band nicht?
Es geht keinesfalls darum, irgendjemanden zu dekorieren oder herauszustellen. Schon gar nicht darum, an irgendeiner Stelle den IQ einer AutorIn in den Wind zu hängen. IQ 130+ als landläufige Definition von Hochbegabung wird in der Einführung besprochen werden.

Hier wird Raum sein, die Fragwürdigkeit dieser Definition zu diskutieren, zumal, erwiesenermassen, Phänomene welche “130+” betreffen auch schon bei Menschen aufzufinden sind, welche einen IQ von 125 haben. Es wird aber auch aufgezeigt werden, wie das Erkennen hoher intellektueller Begabung, den Begabten selbst helfen kann, sich und ihr Leben neu zu sehen, zu verstehen und eine Korrektur ihres Selbstverständnisses bewirken kann. Vermutlich wird Platz sein, ähnliche, z.T. korrelierende Phänomene, wie ADHS, HSP, Asperger kurz anzusprechen.

Es wird meine Aufgabe, weil mein wichtigstes Anliegen, und jene des Verlags sein, den Band so zu rahmen und einzuführen, dass er gerade all jenen Zugang zur Thematik eröffnet, welche bisher keine oder nur eine verschämte Ahnung von ihrer “Problematik” haben.

Die Hoffnung, diese Zielgruppe zu erreichen und ihr eine weitere Möglichkeit zu eröffnen, zu einem konstruktiveren Selbstbild und einem produktiveren oder einfach entspannteren Lebensstil zu finden, bildet den grössten Teil der Legitimation dieses Projekts, des Versuchs einer hilfreichen Abgrenzung gegenüber anderen Denk- und Wahrnehmungsbegabungen und des Engagements bezogen auf diesen Band.

Ich freue mich über jeden, der das Projekt als AutorIn, als Kontaktperson zu AutorInnen (gerne auch Kinder), IllustratorInnen (ebenfalls gerne Kinder), geeigneten Verlagen oder in anderer Form unterstützen möchte.

Bitte zögern Sie nicht, mich zu kontaktieren.

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Kreativer Hochleister vom Feinsten

Nun, man kann Beatboxing mögen oder nicht. Man kann Electro-Beats mögen oder nicht. Man kann Video-Kunst mögen oder nicht. Man kann Comedy mögen oder nicht.

Wenn also all das zusammen kommt, dann findet man es entweder genial oder nervtötend. Raten Sie mal an welchem Ende der Skala ich mich befinde? Und Sie?

Beardyman ist ein Genie. Da soll noch mal jemand auf die Idee kommen, Talentshows seien zu nichts nütze.

Here you go..

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Lebendig und authentisch präsentieren war gestern

Es gibt sie, die Experten in Sachen Präsentationstechnik. Es gibt die gut Vorbereiteten mit dem Text, den sie zweimal die Woche aufsagen. Es gibt die kalkulierten und geplanten, die ein klares Ziel verfolgen. Strategisch, taktisch, alles wohl überlegt.

Es gibt die Menschen, die motivieren wollen, die uns erklären wollen, wie’s funktioniert. Es gibt Menschen, die ihre Begeisterung kultiviert haben und wohl dosiert abgeben. Es gibt die Web 2.0 Helden, die Online-Marketing Wilden und noch einige andere. Und es gibt Gary Vaynerchuk. Ich sage nur eins: viel Spass und lassen Sie sich inspirieren.

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Eine Anleitung zur Kreativität?

Gaping void - closer to SteveEin uralter Blog-Beitrag Guy Kawasakis hat mich einmal mehr auf die ChangeThis-Seite gelockt. Diesmal, um mir Hugh McLeods (Gaping void) eBook “How to be creative” herunterzuladen. Die Nacht war kurz, obwohl ich den zweiten Teil der Lektüre heute Nacht um zwei dann doch vertagen musste.

An vielen Stellen dachte ich, “Oh wow, das muss ich Dingens schicken”, “Hej, genau mein Thema” oder “Das könnte X weiterhelfen”. Und gleichzeitig entwickelte ich während der Lektüre, die sich unglaublich realistisch und abgeklärt gibt, Ablehnung gegen einige der Aussagen und Ansichten des Autors

Sicher, Desillusionierung kann eine grosse Hilfe sein, zumal wenn man sich in großen Höhen geistiger Überflüge ikarusgleich allzu großer Sonnenstrahlung aussetzt. Ich praktiziere seit 18 Jahren Zen-Buddhismus und kann ein Liedchen davon singen. Doch während ich einige hilfreiche Hinweise in McLeods Text finde oder wenigstens anregend provokative, wie “Ignore everybody”, “Put the hours in”, “Don’t try to standout from the crowd; avoid crowds alltogether”, schlägt er sich doch nur auf die Gegenseite narzistisch kreativer Lebensentwürfe.

Gerade dieses Bedürfnis, Stellung zu beziehen scheint mir mühsam und der Entwicklung kreativen Ausdrucks wenig förderlich. Standpunkte besitzen sowieso nur eine Halbwertszeit von wenigen Tagen, wie meine hier, und werden durch unser eigenes Handeln und die weiteren Entwicklungen äusserst schnell wieder weggewaschen.

Ich frage mich, ob es wirklich besser ist, den indirekten Weg zu wählen, den Kafka’schen, den Frisch’schen, der das Einkommen sicher hält und das kreative Leben in den materiell unkritischen Bereich verlegt. Oder ob es besser ist, den van Gogh’schen Weg zu wählen, der alles ins Spiel wirft und die materiell, existenziellen Herausforderungen als Trigger persönlicher und kreativer Entwicklung zu leben und anzunehmen einlädt.

Ich frage mich weiter, ob es wichtig ist, hier Stellung zu beziehen. Ob es überhaupt “richtig” und “falsch” gibt und inwiefern die Schlauheit des Einen, der seinen (aktuellen) Weg für sich gefunden hat, überhaupt Übertragbarkeit auf die Situation irgendeines anderen geniessen kann.

Muhammad YunusVielleicht ist es besser, wenn Sie jetzt Ihre ganzen Versuche, das Leben eines erfolgreichen Künstlers oder Unternehmers zu leben aufgeben und sich endlich einen Job suchen. Vielleicht ist es wichtig, dass Sie endlich Ihren Job hinwerfen, alle Risiken in Kauf nehmen, um endlich Ihrer wahren Berufung zu folgen. Vielleicht ist es das Beste, wenn Sie Ihren Job behalten und gemäss McLeods Rat ihre Kreativität, ihre unternehmerische Initiative frei von fremder Einflussnahme im Bereich einer materiell abgesicherten Existenz entwickeln. Vielleicht ist es am besten, wenn Sie ganz etwas anderes tun, wie Richard Branson zum Beispiel oder Bill Gross, der Parallelunternehmer oder Muhammad Yunus.

Unter uns: wer weiss das schon? Welcher Ratgeber, welcher Berater und Coach, welche Hellsichtige, welcher intellektuelle Schlaumeier, welcher “Vor- und kreativer Querdenker” kann uns denn helfen, den für uns richtigen Weg zu gehen? Niemand und jeder, wenn wir uns unsere Fähigkeit selbst zu entscheiden und zu denken bewahren. Oder besser unsere Fähigkeit, uns in jedem gegebenen Moment von dem überraschen zu lassen, was wir als nächstes tun und von der Richtung in welche wir unsere Schritte lenken werden.

Gerade das scheint mir manchmal eine grosse Bremse für den lebendigen Ausdruck unserer Kraft und die Entwicklung unserer ureigenen Potentiale zu sein, diese Hoffnung auf klugen Rat durch andere. Die Hoffnung auf Weisung, Wissen und Klarheit, welche von aussen kommen.

Vielleicht fange ich jetzt erst an, meine naive Haltung aufzugeben, welche sich irgendwo dort draussen bei den Hippen der Kreativität, der Weisheit, der Beratung, der Begabung, der Produktivität, des Unternehmertums, des intelligenten Lebensstils, der Innovation die genialen Hinweise und Orientierungshilfen erhofft.

SkalpellDas eigene existenzielle Messer, ob kreativ, hochleistend oder sonstwie entspannt an den Schlauheiten und Wahrheiten der anderen zu wetzen, scheint mir viel interessanter, als ihren ausgetretenen Pfaden zu folgen. Das eigene Skalpell schärfen, damit es die Illusionen zerschneidet und die eigene “Wirklichkeit” offenlegen, welche wir mit jedem Atemzug, mit jeder echten, unmittelbaren Handlung erschaffen und mit allen anderen Handlungen auch – das scheint mir existenziell wichtig.

Welchem klugen Ratschlag folgend gehen Sie schon seit Jahren in die Irre? Welche jüngeren und älteren Glaubenssätze nutzen Sie tagtäglich, um sich am freien Ausdruck zu hindern? Was bräuchten Sie, um diese Krücken existenzieller Absicherung Ihrer vorübergehenden Identität loszulassen?

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Gute Gründe, sich in Netzwerken zusammenzutun

Habe gerade das hier gelesen und musste schmunzeln:

“We found that social networks have clusters of happy and unhappy people within them that reach out to three degrees of separation. A person’s happiness is related to the happiness of their friends, their friends’ friends, and their friends’ friends’ friends—that is, to people well beyond their social horizon. We found that happy people tend to be located in the center of their social networks and to be located in large clusters of other happy people. And we found that each additional happy friend increases a person’s probability of being happy by about 9%.”

hier – SOCIAL NETWORKS AND HAPPINESS

Beim Überfliegen führt mich das zu einigen Schlussfolgerungen:

  1. Netzwerke machen Sinn auch wenn sie nicht immer einen unmittelbar bezifferbaren Nutzen bringen.
  2. Glücklich sein macht Sinn über das Glücklichsein hinaus, wenn wir mit anderen zusammen kommen, denn wir können andere glücklich machen.
  3. Wir können so ins Zentrum von Netzwerken kommen und wirklich etwas bewegen – Glück bringt Macht und Einfluss.
  4. Es lohnt sich, sich mit Menschen zusammenzutun, die glücklich sind, denn sie helfen uns, glücklich zu sein und andere glücklicher zu machen.

Das erinnert mich an einen früheren Newsletter: wir sind so wie die fünf Menschen mit denen wir die meiste Zeit verbringen. Erweiterung: und wie jene fünf, mit denen die fünf Menschen mit denen wir die meiste Zeit verbringen ihre meiste Zeit verbringen. So viel zur Theorie.

Und zur Praxis: Erlauben Sie sich, sich Ihre Zeitgenossen auszuwählen? Können sie sich selbst zugestehen, dass es ihre Lebenszeit und ihre Lebensfreude ist?

Aber davon einmal abgesehen: so ein bisschen Unglück von Zeit zu Zeit ist auch wichtig. Wo soll denn sonst das Interesse an Entwicklung und die Dynamik der Evolution her kommen?

Und voll all dem einmal abgesehen: ‘ne verdammt interessante Seite zum Schmökern: http://www.edge.org/

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