Diese Frage beschäftigt mich dieser Tage. In einem XING-Forum ging es ziemlich heiss her und ich war mitten drin…
“Feind” ist natürlich ein starkes Wort. Die Grundfrage hier: kann man gut mit sich umgehen, kann man sich kraftvoll für das Einsetzen, was einem wertvoll ist, ohne damit Widerstand zu wecken, ohne dabei Menschen gegen sich aufzubringen? Natürlich nicht.
Ich habe über Jahre versucht, (sollte ich sagen, fast mein ganzes Leben) mich mit allen gutzustellen. Wenn mir Anmassung vorzuwerfen ist oder Selbstüberschätzung, dann nur, weil ich redlich gehofft hatte, dies sei möglich.
Was lerne ich jetzt? Das ich ausserordentlich mehr Wahlmöglichkeiten habe, heute, als ich als Kind hatte. An diese Freiheit und Macht über mein Leben muss ich mich erst noch gewöhnen. Ich werde die Richtigkeit meines Handels in Zukunft stärker an dem messen, wieviele Feinde ich mir mache. Das scheint mir ein guter Gradmesser für eine gesunde Entwicklungsrichtung. (Grossen Dank schulde ich hier (gerne) meinem Lieblingsengel).
Um Truman Capote zu zitieren “Erfolg ist so ziemlich das Letzte, das einem vergeben wird.”
Und hier eine kleine, feine Zitatensammlung zum Thema, welche ich im Aikidoforum eingesammelt habe:
Bevor man anfängt, seine Feinde zu lieben, sollte man seine Freunde besser behandeln.
Mark Twain
Ich würde keine Freunde haben, wenn ich nicht auch Feinde hätte, man kann nicht beides zugleich, kalt und warm, sein, und auf Kampf besteht das Leben in der ganzen Natur.
Otto von Bismarck
Größere Gegner gesucht. (Inserat von Karl Kraus in der Zeitschrift “Die Fackel”)
Karl Kraus
Ich bin verpflichtet, meinen Gegnern Argumente zu liefern, aber nicht Verstand.
Benjamin Disraeli
Man soll den Gegner nicht schlechter machen als er ohnehin ist.
Mark Twain
Wer die Dummköpfe gegen sich hat, verdient Vertrauen.
Jean-Paul Sartre
In der Auswahl seiner Feinde kann man nicht sorgfältig genug sein.
Oscar Wilde
Unseren Feinden haben wir viel zu verdanken. Sie verhindern, daß wir uns auf die faule Haut legen.
Martin Kessel
Und zu guter Letzt (um das ganze kosmisch einzureihen):
Sieg erzeugt Hass, denn der Besiegte ist unglücklich.
Der Mensch, der sich von Sieg und Niederlage
gleichermaßen löst, ist befriedet, glücklich.
(Dhammapada, Kapitel 15, Strophe 201)
Viel Erfolg beim Feinde schaffen.