Unerforschtes Gebiet
Vor uns liegt es. Fast unberührt. Zweitausendsieben. Wir stehen noch an den Rändern unerforschten Gebietes.Projekte aus dem vergangen Jahr strecken schon länger ihre Arme nach neuen Zeit- und Kraftressourcen aus. Termine liegen schon bunt, teilweise monolithisch grau in der Landschaft und geben dem Ganzen so etwas ähnliches wie Struktur. Aber es gibt noch Material und Spielräume zum Gestalten, Formen und Modellieren Ihres neuen Jahres.
Wissen Sie jetzt schon, auf welche Landschaft, welches Jahr Sie im Dezember gerne zurückschauen wollen? Angenommen, ich träfe Sie Ende November 2007 in einem Café. Sie strahlen bis über beide Ohren und sagen mir: “Das war ein Jahr. Das hätte ich nie für möglich gehalten. Es hat sich wirklich gelohnt.”
Von welchen Projekten, Erlebnissen, Entdeckungen, Lernerfahrungen und schönen Begegnungen würden Sie mir erzählen? Was hätten Sie aus dem Jahr gemacht? Was hätten Sie dem Jahr und den Menschen um Sie herum erlaubt, aus Ihnen zu machen?
Mit einer Freundin habe ich vor Sylvester darüber philosophiert, ob es sinnvoller ist, sich grosse Ziele zu setzen, mit dem Risiko des Scheiterns, oder kleine, mit dem Risiko, hinter den eigenen Möglichkeiten zurückzubleiben. Vielleicht ist das eine Frage des Temperaments. Ich möchte Ihnen die erste Variante ans Herz legen. Unter folgenden Bedingungen:
- Sprechen Sie bei grossen Zielen nicht von Zielen, sondern von Projekten.
- Strukturieren Sie diese Projekte in Meilensteine (grosse Teilergebnisse), überschaubare Ziele und konkrete Schritte.
- Suchen Sie sehr bewusst den Kontakt zu Menschen, welche in der Lage sind, Ihr Vorhaben wirklich zu schätzen.
- Messen Sie Ihren Erfolg am Ende nicht daran, ob Sie das Projekt zu 100% gemäss der ursprünglichen Planung umgesetzt haben.
Messen Sie Ihren Erfolg an den folgenden Kriterien:
- Wie mutig war es, dieses Projekt in Angriff zu nehmen?
- Wie gross ist die Zahl der konkreten Schritte, die Sie unternommen haben?
- Welche Ziele haben Sie tatsächlich erreicht?
- Welche Nebenziele waren Sie bereit, auf dem Weg zu integrieren?
- Wie innovativ sind Sie mit Problemen unterwegs umgegangen?
- Wie beweglich waren Sie in der Planung und im Umgang mit Ressourcen?
- Welche Meilensteine haben Sie gesetzt und erreicht?
Und setzen Sie sich ab und zu auf einen dieser Meilensteine am Rande Ihres Weges. Ruhen Sie sich aus. Schöpfen Sie Kraft. Blicken Sie auf die zurückgelegte Wegstrecke zurück. Belohnen Sie sich. Feiern Sie ein bisschen.
Geniessen Sie den Blick über die Landschaft um Sie herum. Lassen Sie Ihren Blick über den Weg schweifen, der vor Ihnen liegt. Freuen Sie sich über Ideen, die Ihnen dazu kommen, wie Sie die anstehenden Anforderungen bestmöglich bewältigen können.
Halten Sie aktiv Ausschau nach wohlwollenden Unterstützern und Menschen, die Ihr Projekt voran bringen können. Meiden Sie Menschen, die sich in Ihrem Leben und Ihren Projekten besser auskennen als Sie selbst. Kümmern Sie sich um Ihre Beziehung zu den Wegbegleitern Ihrer Expedition, auf welcher Hierarchieebene sie sich auch befinden mögen. Denn hier liegt der Schlüssel für nachhaltigen Erfolg und entspanntes Wandern. Aber wem sage ich das?
Und dann? Na, dann können Sie auch das grösste Vorhaben angehen und mit entschlossenen Schritten neues Land erforschen. Und wenn ich Sie im November dann treffe und Sie über beide Ohren strahlen, dann werde ich Ihnen zuallererst eine Frage stellen: woher haben Sie die Kraft und das Vertrauen genommen, loszulaufen?
